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Resilienz verstehen: Schlüsselkonzepte und praktische Anwendungen
01.01.2026
Notiz
Die Bewirtschaftung von Waldökosystemen wird angesichts zunehmender Störungen und Unsicherheiten immer anspruchsvoller. In diesem Zusammenhang ist Resilienz ein zentrales Konzept, um diese Herausforderungen zu erkennen und darauf zu reagieren. Dieser Artikel soll den Begriff Resilienz erläutern und konkrete Anwendungen vorschlagen, die sich auf den Rahmen der betrieblichen Resilienz stützen. Eine vereinfachte Methode wurde entwickelt und mit zwei Forstverwaltern getestet. Die Ergebnisse zeigen die wichtigsten Störungen sowie die Auswirkungen auf Waldökosysteme und deren Bewirtschaftung auf. Sie eröffnen auch Möglichkeiten zur Stärkung der Resilienz dieser Systeme.
J For Suisse177 (1): 40–45.https://doi.org/10.3188/szf.2025.0040
* Länggasse 85, CH-3052 Zollikofen, courriel christian.rosset@bfh.ch
Unternehmerische Resilienz als Grundlage für die Etablierung und Aufrechterhaltung sozioökologischer Resilienz
Forstbetriebe müssen in der Lage sein, externe Stressoren abzufedern, ihre organisatorischen Strukturen flexibel anzupassen und zugleich die nachhaltige Funktionsfähigkeit der von ihnen bewirtschafteten Waldökosysteme zu sichern. Unternehmerische Resilienz bildet somit einen zentralen Rahmen für die Schaffung und Aufrechterhaltung sozioökologischer Resilienz. Damit Forstbetriebe diese Anforderungen erfüllen können, sind verschiedene Voraussetzungen entscheidend.
Finanzielle Ausstattung (Systemvariable)
Die Transformation nicht resilienter Waldbestände in robustere Strukturen, die langfristig ökologische, ökonomische und soziale Funktionen gewährleisten, erfordert substanzielle finanzielle Ressourcen. Da zentraleuropäische Wälder im Vergleich zu industriellen Unternehmen eine geringe Rentabilität aufweisen, können notwendige Mittel in der Regel nicht über klassische Fremdfinanzierungen generiert werden (Pauli et al 2016). Stattdessen sind Eigenmittel der Waldeigentümer oder öffentliche Unterstützungsleistungen zentrale Finanzierungsquellen. Zusätzlich erfordern Marktverwerfungen infolge von Naturereignissen (z.B. Sturm- oder Borkenkäferschäden) ausreichend Liquiditätsreserven, um temporäre Einnahmeausfälle abzufedern.
Organisationsform, Produkte und Absatzmärkte (Systemvariable)
Resiliente Forstbetriebe zeichnen sich durch flexible Organisationsformen mit geringen Fixkosten aus, wodurch sie ökonomische Schocks wie etwa sinkende Holzpreise besser bewältigen können. So erhöht ein niedriger Eigenleistungsgrad bei der Holzernte die Möglichkeit, sich schnell an Marktbedingungen anzupassen. Darüber hinaus stärkt die Diversifikation von Produkten und Absatzmärkten die Krisenfestigkeit: Mindereinnahmen im Kerngeschäft der Holzproduktion können durch ergänzende Geschäftsfelder (z.B. Dienstleistungen im Bereich Erholung, Naturschutz oder erneuerbare Energien) kompensiert werden. Ebenso können internationale Absatzmärkte genutzt werden, um Überkapazitäten auf nationalen Holzmärkten auszugleichen.
Risikomanagement (prädiktiver Faktor)
Ein systematisches Risikomanagement ist essenziell, um potenzielle Störungen frühzeitig zu identifizieren und geeignete Gegenmassnahmen zu entwickeln. Szenarioanalysen und Notfallpläne ermöglichen es, Extremereignisse wie Stürme oder Massenvermehrungen von Schadorganismen zu simulieren und darauf abgestimmte Strategien – etwa die Einrichtung von Nasslagerplätzen oder die Etablierung internationaler Lieferketten – vorzudenken (Spiecker 2003). Ergänzend tragen Versicherungen gegen Naturgefahren dazu bei, ökonomische Risiken abzufedern und die betriebliche Handlungsfähigkeit zu sichern.
Organisatorische Anpassungsfähigkeit (prädiktiver Faktor)
Resilienz entsteht schliesslich auch endogen aus den Strukturen des Forstbetriebs selbst. Innovationsfähigkeit sowie die Bereitschaft, neue Entwicklungschancen zu identifizieren und umzusetzen, sind zentrale Faktoren (Folke et al 2010). Entscheidend hierfür sind qualifizierte und motivierte Mitarbeitende, die in eine lernorientierte Unternehmenskultur eingebettet sind. Eine solche Kultur fördert den Wissensaustausch, kontinuierliches Lernen sowie die Umsetzung neuer Erkenntnisse in betriebliche Anpassungsstrategien.
Literatur
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Können wir die Resilienz der Wald- und Holzwirtschaft erhöhen? Waldökonomisches Seminar 2024 «Resilienz der Wald- und Holzwirtschaft angesichts zunehmender klimabedingter Störungen».https://www.bfh.ch/dam/jcr:b4a063b3-c07b-49fc-81d9-468f4e6fc867/2Dr.%20Marcus%20Lindner.pdf
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