- Editorial
Zu viel Maschine, zu viel Mensch
01.11.2025
Editorial
Vollernter, Seilkräne, Motorsägen. Klettergurte, Sicherheitsschuhe und sogar eine spezielle Notfallapotheke für Forstleute: Mit grossen, starken Maschinen und Ausrüstung aller Art zog die internationale Forstmesse 2025 in Luzern die rund 20 000 Besuchenden auch in der 27. Austragung seit 1971 in ihren Bann. Der geneigte Beobachter sah in viele strahlende Augen.
Und doch herrschte keine unbeschwerte Festfreude. Die Sonderschau «Treffpunkt Forst, Forêt, Foresta» mit dem Titel «Der Wald – mein Arbeitsplatz» rückte die Menschen im Wald ins Zentrum. Sie, die ihre Tätigkeiten mit Herzblut und Leidenschaft ausüben, müssen sich an ihrem Platz gegen Maschinen behaupten. Julia Isler, Co-Leiterin von Codoc und Organisatorin der Sonderschau, sagte an der Eröffnungsfeier: «Den Forstwart zieht es in den Wald, zu seiner Arbeit draussen und zu den Gestaltungsmöglichkeiten.» Sie brauchen dazu Kopf, Herz und Hand, ansonsten könnten sie auf so engem Raum nicht allen Ansprüchen gerecht werden.
Den Perspektivenwechsel zwischen Maschine und Mensch in herausfordernden Zeiten umschrieb Bruno Röösli mit einer gewissen Ehrfurcht. Der Abteilungsleiter Wald der Luzerner Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Iawa) und Präsident der Kantonsförsterkonferenz (KOK) betonte, dass die Erfahrung vieler Forstleute wichtig für die Planung und den Waldbau draussen seien. «Konkrete Entscheidungen brauchen Fakten, müssen aber auch eine intuitive und situative Komponente haben.» Er erwähnte seine Ferienlektüre und zwei Artikel aus der SZF über Peter Wohlleben (SZF 4/2025). Intuition und Emotionen tun dem Wald gut und wecken das Interesse der Bevölkerung. Eine übermässige Vermenschlichung überspanne aber den Bogen, sagte Röösli.
Die nächste Forstmesse in Luzern öffnet am 26. August 2027 die Tore. Bis dann können Sie in der SZF von Maschinen und Menschen im Wald lesen. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und anregende Gedanken.
Schweiz Z Forstwes 176 (6): 302.