- Aktuell
Protokoll der 182. Mitgliederversammlung des SFV vom 28. August 2025 in Solothurn
01.11.2025
Forstverein · Société forestière
1. Eröffnung
Regina Wollenmann, Präsidentin des Schweizerischen Forstvereins (SFV), begrüsst alle Anwesenden. Sie bedankt sich bei Rolf Manser und seinem Team für die Organisation der Jahresversammlung und stellt die Vorstandsmitglieder und den Geschäftsführer kurz vor. Sie heisst mehrere Personen von Bund und Kantonen sowie aus den Forschungs- und Bildungsorganisationen und den Partnerorganisationen willkommen. Ebenfalls begrüsst sie alle Neumitglieder des SFV.
Die Präsidentin eröffnet die 182. Mitgliederversammlung. Die Mitglieder haben die Einladung zur Mitgliederversammlung rechtzeitig erhalten. Zur Traktandenliste gibt es keine Bemerkungen. Damit ist diese genehmigt.
2. Wahl der Stimmenzählenden und des Protokollführers
Als Stimmenzählende stellen sich Res Guggisberg und Urban Hettich zur Verfügung, für das Protokoll Elias Vogel. Mit einem Applaus bestätigt die Versammlung die Wahl. 86 Mitglieder sind anwesend. Das absolute Mehr beträgt 44 Stimmen.
3. Abnahme des Protokolls der Mitgliederversammlung 2024 in Stans
Das Protokoll der 181. Mitgliederversammlung wurde in der «Schweizerischen Zeitschrift für Forstwesen» (SZF 6/2024) veröffentlicht. Es wird einstimmig und ohne Enthaltungen angenommen. Ein Dank gilt dem Verfasser Samuel Strub.
4. Jahresberichte
Regina Wollenmann stellt die Höhepunkte aus dem letzten Vereinsjahr kurz vor. Die Jahresversammlung in Stans mit schönem Wetter, Alphornklängen, einem spannenden Seminar und gelungenen Exkursionen war ein besonderes Highlight. Im Bereich der Waldpolitik wurden zahlreiche Stellungnahmen erarbeitet und veröffentlicht, zudem durfte der SFV seine Sicht zur Motion Würth in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats (UREK-N) einbringen. Gemeinsam mit Partnerorganisationen entstand ein Positionspapier zur Waldverjüngung, und auch beim Entlastungspaket 27 fand ein enger Austausch statt. Die Nachfolge im Vorstand sowie die finanzielle Lage beschäftigten den Verein intensiv. Arbeitsgruppen und die Redaktion der SZF leisteten erneut wertvolle Beiträge. Zwar konnten einige Neumitglieder gewonnen werden, insgesamt überwiegen jedoch die Austritte. Zudem fällt der starke Rückgang bei den Studierenden auf. Die Nachwuchsförderung ist deshalb sehr wichtig. Abschliessend geht ein grosser Dank an alle Mitglieder und Engagierten für ihre Unterstützung.
Der Jahresbericht der Präsidentin ist in der SZF publiziert worden. Es gibt keine Fragen oder Bemerkungen durch die Mitglieder, der Jahresbericht wird ohne Gegenstimme angenommen.
Die Statuten sehen vor, dass die Mitgliederversammlung den Jahresbericht der Hilfskasse zur Kenntnis nimmt. Dieser wurde ebenfalls in der SZF publiziert. Es gibt keine Fragen oder Bemerkungen durch die Mitglieder, der Jahresbericht der Hilfskasse wird einstimmig angenommen. Regina Wollenmann bedankt sich bei allen Mitgliedern der Hilfskasse und ihrem Präsidenten Christian Rosset für ihre Arbeit.
5. Jahresrechnung 2024/2025 und Revisionsbericht
Aufgrund der aktuellen Situation macht Regina Wollenmann einige Vorbemerkungen zur Jahresrechnung. Der SFV konnte nach schwierigen Jahren ab 2018/2019 wieder Überschüsse ausweisen. Die gute Situation hielt bis 2021/2022 an. Danach wurde bewusst ein Defizit budgetiert, da die Erträge zuvor regelmässig höher als erwartet ausfielen. Aktuell weist der Verein jedoch trotz Rückstellungsauflösungen ein Defizit von rund 26 000 Franken aus, wie budgetiert. Für das kommende Vereinsjahr wird aufgrund gekürzter Beiträge des BAFU und nicht erfolgter Rückstellungen für das SZF-Digitalisierungsprojekt ein noch höheres Minus von knapp 50 000 Franken erwartet. Der Vorstand sieht grossen Handlungsbedarf und will vor allem bei externen Leistungen wie Administration, Geschäftsstelle und Zeitschrift den Hebel ansetzen, um spätestens im Vereinsjahr 2026/2027 wieder ein ausgeglichenes Budget präsentieren zu können. Erschwert wird die Situation durch den unbesetzten Kassierposten im Vorstand. Gesucht ist eine Person, die bereit ist, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Nachdem die Präsidentin ihre Erläuterungen vorgetragen hat, übergibt sie das Wort an Stefan Flückiger, Leiter Ressort Finanzen.
Im vergangenen Vereinsjahr konnte der Forstverein Einnahmen von rund 511 000 Franken erzielen, etwas mehr als budgetiert. Diesen standen Ausgaben von 536 000 Franken gegenüber, ebenfalls leicht über dem Budget. Das daraus resultierende Defizit entspricht dem von der Mitgliederversammlung vor einem Jahr genehmigten Budget. Ermöglicht wurde dieses Ergebnis unter anderem durch die Auflösung von Rückstellungen. Auch im kommenden Jahr werden Rückstellungen eingesetzt, beispielsweise für den Ausbau des Digitalisierungsprojekts. In der Privatwirtschaft würde ein Projekt dieser Grössenordnung über mehrere Jahre abgeschrieben, der Forstverein leistet sich dies nun in wenigen Jahren.
Die Mitgliederbeiträge lagen leicht über dem Budget, während die Einnahmen aus Inseraten darunterblieben. Bei den Beiträgen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) kam es zu Kürzungen, die im Vorjahr angekündigt worden waren. Sie konnten teilweise aufgefangen werden. Das nächste Jahr wird den Vorstand erneut vor grosse Herausforderungen stellen. Stefan Flückiger zeigt sich zuversichtlich, dass es weiterhin gelingen werde, die Sparmassnahmen abzufedern, bedauert jedoch die Reduktion der Bundesbeiträge. Die Beiträge der Kantone und der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) blieben stabil.
Die Einnahmen der Arbeitsgruppen hängen stark von deren Veranstaltungen ab. Wie die Resultate zeigen, sind ihre Angebote sehr attraktiv. Bei den Vereinsangelegenheiten wurden die Kosten im Rahmen des Budgets eingehalten. Höhere Ausgaben fielen hingegen bei der SZF an, die vor einer grossen Aufgabe steht. Ein Teil wurde bereits erfolgreich umgesetzt, nun folgt die Phase der Konsolidierung. Erste Massnahmen zur Kostenkontrolle sind eingeleitet. Bei den Schwerpunkten und Daueraufgaben kam es zu einer massiven Leistungsabnahme.
In der Bilanz zeigt sich, dass das Eigenkapital abgenommen hat, da Rückstellungen aufgelöst wurden. Derzeit bestehen noch 16 500 Franken Rückstellungen. Ohne Korrekturen werden künftig Verluste direkt auf das Eigenkapital durchschlagen.
Annina Stein berichtet von der Revision, die sie zusammen mit Christa Schmid durchgeführt hat. Sie verliest den Revisionsbericht und empfiehlt der Mitgliederversammlung, die Jahresrechnung anzunehmen.
Die Jahresrechnung wird einstimmig angenommen, es gibt keine Enthaltungen.
6. Aktuelle Geschäfte
Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen (SZF)
Redaktionsleiter This Rutishauser dankt allen, die sich finanziell, redaktionell oder mit Rückmeldungen beim Flaggschiff SZF engagieren. Gemeinsam mit Christine Moos im Vorstand und Stämpfli Kommunikation, die den Forstverein seit 1850 begleitet, werde die Zeitschrift verlässlich weiterentwickelt.
Besonders erfreut zeigt er sich über das Digitalisierungsprojekt: Seit dem 1. Januar 2025 erscheint die SZF auch als Onlinemagazin, während das PDF-Archiv und die langfristige Dokumentation parallel weitergeführt werden. Damit gelingt der Spagat zwischen Vereinsorgan und Fachzeitschrift. Zudem wird an neuen Möglichkeiten für Werbung gearbeitet. Ein wichtiger nächster Schritt ist die Archivierung der Ausgaben ab 1999 bei ePeriodica der ETH-Bibliothek, die im kommenden Jahr abgeschlossen sein wird. Damit sind künftig alle Ausgaben seit 1850 elektronisch zugänglich.
This Rutishauser weist auf drei zentrale Herausforderungen hin: die inhaltliche Ausrichtung mit Themenmix und Gestaltung, die technische Konsolidierung des Redaktionssystems sowie die finanziellen Rahmenbedingungen. Hier sei der Verein handlungsfähig und offen für verschiedene Optionen. Er betont die Bedeutung von Rückmeldungen der Mitglieder, um die SZF im Dialog weiterzuentwickeln. Das gebündelte Fachwissen der Forstbranche stelle eine wichtige Stimme dar, auch wenn sie nicht die lauteste sei.
Für die Zukunft kündigt er an, die inhaltliche Gewichtung mit Umfragen und Interviews weiterzuentwickeln, um das Flaggschiff auf Kurs zu halten.
Die Präsidentin dankt für die Ausführungen zur SZF und leitet zu den Berichten aus den Arbeitsgruppen über.
AG Waldplanung und -management (Leitung: Raffael Bienz)
Raffael Bienz berichtete über die Aktivitäten der Arbeitsgruppe WaPlaMa. Neu in der Kerngruppe sind Clemens Blattner (WSL) und Yves Wiedmer (Forstliches Ingenieurbüro). Die Schwerpunkte im vergangenen Jahr lagen beim Erfahrungsaustausch der Kantonsplanenden zum Stichprobendesign und zur Ableitung der nachhaltigen Holznutzungsmenge, bei Weiterbildungen zur forstlichen Fernerkundung sowie bei Forschungs- und Umsetzungsprojekten. An der Jahrestagung im Herbst 2024 stand die Frage der Verjüngung im Zentrum. Aufgrund des grossen Interesses fand im Juli 2025 ein WaPlaMa-Seminar zur praktischen Anwendung von Fernerkundungsdaten im Rahmen von Fortbildung Wald und Landschaft (fowala) statt.
Ein wichtiges Projekt war die Auslegeordnung der waldplanerischen Grundlagen: Eine schweizweite Umfrage mit über 50 Rückmeldungen zeigte, dass Fernerkundungsdaten breit eingesetzt werden (z.B. Vegetations- und Geländemodelle), während bei den Waldwachstumsmodellen meist noch auf Ertragstafeln zurückgegriffen wird. Hier besteht Handlungsbedarf. Ergänzend wurden zwei Infoblätter erstellt und die Webseite planfor.ch weiter ausgebaut.
Die Jahrestagung der WaPlaMa wird online durchgeführt, weil am 13. November 2025 die 4. Waldplanungskonferenz zum Thema «Waldplanung im Klimawandel» in Lenzburg stattfinden wird. Weitere Schwerpunkte bleiben der Austausch der Kantonsplanenden, das fowala-Seminar und die Weiterbildung der Fachgruppe Forstliche Fernerkundung.
AG Waldbiodiversität (Leitung: Steffi Burger, vertreten durch Dominik Brantschen)
Die Arbeitsgruppe Waldbiodiversität wird von Dominik Brantschen vertreten, der auch Mitglied der Kerngruppe ist. Die Gruppe ist breit aufgestellt, derzeit fehlt jedoch eine Kantonsvertretung aus der Romandie. Zu den Aktivitäten des letzten Jahres gehörten eine Praxistagung im Tessin zu den Veränderungen im Wald und deren Auswirkungen auf die Biodiversität, die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Wald und Wildtiere mit zwei Veranstaltungen in Chur und Posieux sowie das 10-Jahre-Jubiläum der Arbeitsgruppe in Baden. Zudem wurden ein Argumentarium zur natürlichen Dynamik im Wald erarbeitet und Beiträge zu einer BAFU-Publikation über Biodiversität im Schutzwald (NaiS) sowie zu einer Praxishilfe «Holznutzung und Naturschutz» geleistet.
Im Oktober ist eine gemeinsame Praxistagung mit der Arbeitsgruppe Wald und Wildtiere im Engadin geplant. Für die Fachtagung im Frühjahr 2026 läuft derzeit die Themenfindung.
AG Wald und Wildtiere (Leitung: Christof Gantner)
Die Arbeitsgruppe Wald und Wildtiere führte im Herbst 2024 im Sarganserland eine Tagung zu den Herausforderungen der Bejagung von Rotwild und Gams auf ehemaligen Sturmflächen durch. Dabei wurde unter anderem eine Fläche im Taminatal besucht, wo die Wolfspräsenz einen positiven Einfluss auf die Waldverjüngung zeigt. Im Rahmen der WaWi-Plattform hielten Fachleute aus den Kantonen Bern und Graubünden Vorträge zur Lebensraumbeurteilung unter den Bedingungen des Klimawandels.
2025 steht das Jahresthema «Waldbiodiversität und Wildtiere» im Zentrum. Im Januar fand eine Weiterbildung gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Waldbiodiversität statt, die erstmals nicht auf Schalenwild fokussierte, sondern auf die Lebensraumförderung kleinerer und grösserer Wildtiere. Im Frühling folgte eine Tagung der Arbeitsgruppe zur Aufwertung von Feuchtstandorten im Kanton Freiburg.
Zu den Projekten zählt der schweizweite Überblick zum Wildeinfluss unter Leitung von Andrea Kupferschmid und Esther Frei. Die grosse Herausforderung lag darin, die heterogenen Kantonsdaten vergleichbar zu machen. Zusätzlich wurden LFI-Daten ausgewertet. Die Ergebnisse sind in der SZF publiziert. Zusammen mit der Gebirgswaldpflegegruppe wurde zudem ein Argumentarium zur Waldverjüngung erarbeitet, das demnächst veröffentlicht wird.
In den nächsten Monaten sind weitere Veranstaltungen geplant: im Herbst 2025 gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Waldbiodiversität die Tagung im Engadin zum Einfluss des Schalenwilds auf die Waldbiodiversität sowie im Januar 2026 Weiterbildungen in Zollikofen und Chur zu waldbaulichen Möglichkeiten und Grenzen für die Lebensraumförderung und die Lösung von Wald-Wild-Konflikten.
Meinungsbildung Verbandsbeschwerderecht
Regina Wollenmann übergibt das Wort an Laetitia Erny.
Im Rahmen des erteilten Auftrags habe sich der Vorstand mit dem Thema befasst und dabei besonderen Wert auf die Förderung der Meinungsbildung innerhalb des Vereins gelegt. So wurde eine Onlineumfrage durchgeführt, um die Haltung der Mitglieder zu erheben. Die Umfrage fand Mitte bis Ende Juni statt, es beteiligten sich insgesamt 153 Mitglieder.
Die wichtigste Frage lautete, ob der SFV das Verbandsbeschwerderecht beantragen solle. Eine Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich dabei für ein Ja aus. Obwohl nur rund 150 Personen an der Befragung teilnahmen, konnte dennoch eine klare Tendenz festgestellt werden.
Aus den Rückmeldungen der Umfrage ergaben sich mehrere zentrale Überlegungen. So wurden tendenziell keine oder nur geringe Risiken erkannt. Zudem wurde im Verbandsbeschwerderecht ein positiver Beitrag zur Glaubwürdigkeit des Vereins gesehen, verbunden mit einer eher positiven Auswirkung auf die öffentliche Wahrnehmung. Insgesamt resultierte daraus ein mehrheitliches Ja zum Verbandsbeschwerderecht.
Der Vorstand schlägt vor, die Ergebnisse der Umfrage in der SZF zu publizieren (siehe S. 351) und das Verbandsbeschwerderecht an der Mitgliederversammlung 2026 zur definitiven Abstimmung zu bringen. Eine Beantragung des Verbandsbeschwerderechts würde eine Statutenänderung erfordern, was rechtzeitig vorzubereiten ist.
Anschliessend findet eine Diskussion statt.
Adrian L. Meier: Was heisse «geringe bis keine Risiken»? Er habe nachgefragt, was es kostet, eine Verbandsbeschwerde zu machen. Eine sechsstellige Zahl sei genannt worden. Das beurteile er als relativ grosses Risiko, und er bitte den Vorstand, diese Frage genauer abzuklären.
Neben den finanziellen Konsequenzen möchte David Walker wissen, welche personellen Konsequenzen im Vorstand und im Verein das haben werde. Wie würde sich der Vorstand organisieren, um das Verbandsbeschwerderecht umzusetzen?
Jean-François Métraux: Au sujet du droit de recours, je soutiens la remarque de Adrian Meier sur les points financiers et sur les risques et leurs conséquences, car on a déjà des problèmes de financements. Par ailleurs, la tâche de suivre l’application du droit de recours sur l’ensemble du pays de manière efficace et réfléchie est une tâche qui demande un important travail qui est complexe: qui va le faire? Qui va le payer? Si la SFS décide de demander au Conseil fédéral de figurer sur la liste des associations qui ont le droit de recours, n’y a-t-il pas des risques que les subventions de l’OFEV à la SFS soient diminuées? Ces questions auraient besoin d’un examen par le comité avant l’assemblée de l’année prochaine.
Caroline Heiri: Der Forstverein habe ein Leitbild. In diesem würden Schwerpunkte festgehalten, in die der Verein seine Ressourcen reinstecke. Bei der Erarbeitung habe man sich damals dagegen entschieden, ein «politischer» Verein zu werden. Sollten nun die Schwerpunkte neu definiert werden? Wenn sie das Budget anschaue: Wo könne man da aufstocken? Was könne der Verein dann nicht mehr machen? Auf was verzichte er?
Brigitte Wolf: Das Verbandsbeschwerderecht bedeute lediglich, das Recht dafür zu haben. Man könne in zehn Jahren eine Beschwerde führen oder keine. Man könnte einsprechen, wenn es einmal nötig wäre. Ressourcen brauche es nur, wenn der Vorstand beschliesst, eine Einsprache zu machen. Zu diskutieren wäre, wer dafür berechtigt ist: Ist es ein Vorstandsentscheid? Gibt es eine Arbeitsgruppe oder eine ausserordentliche Mitgliederversammlung? Das wäre noch auszuarbeiten.
Harald Bugmann: Die Risiken, die in der Umfrage abgebildet werden, seien nicht finanzielle oder personelle Risiken, sondern Reputationsrisiken. Man könne schon das Recht haben, es zu tun, und sagen, man müsse es ja nicht wahrnehmen. Aber man müsse eben auch in der Lage sein, das Verbandsbeschwerderecht innerhalb kurzer Zeit zwei- bis dreimal wahrzunehmen. Sonst beschliesse die Mitgliederversammlung ein Phantom. Der SFV habe zwar das Recht, wisse aber, dass er keine Chance habe, das Recht wahrzunehmen, weil die Risiken zu gross sind. Darüber müsse man noch einmal nachdenken, er sei nach wie vor sehr skeptisch.
Als ehemaliger Kassier des Vereins gibt Bruno Röösli zu bedenken, dass ein recht grosser Teil doch durch Bund und Kantone finanziert werde. Da brauche es eine Sondierung, was die möglichen Konsequenzen für den Leistungsauftrag des Bundes seien.
Urs Moser: Alle geäusserten Einwände seien in die Überlegungen einbezogen worden. Er könne versichern, dass sich der Vorstand in den letzten zwei Jahren intensiv damit auseinandergesetzt habe, wie er mit diesem Thema umgehen will. Und der Vorstand habe entschieden, diesen Weg zu gehen – zuerst mit der Umfrage und mit einem nicht überhasteten Antrag an der nächsten Versammlung, bei der alle diese Aspekte sauber geklärt sein würden und beantwortet werden könnten.
Julia Isler möchte wissen, ob es auch positive Rückmeldungen zum Verbandsbeschwerderecht gebe, und fragt sich, ob überhaupt weiter in diese Frage investiert werden solle.
Regina Wollenmann: Der Vorstand möchte ein zweistufiges Vorgehen. Die Umfrage habe gezeigt, dass es Mitglieder gebe, die das Verbandsbeschwerderecht beantragen möchten. An der letzten Jahresversammlung habe der Vorstand den Auftrag erhalten, die Frage noch einmal zu vertiefen. Man habe den Auftrag angenommen. Der Vorstand habe das Thema bewusst noch nicht ins Jahresprogramm der Schwerpunkte aufgenommen, weil er eine Abstimmung dazu möchte, ob es wieder aufgenommen werden und ob nächstes Jahr eine Abstimmung stattfinden soll. Die Mitgliederversammlung könne dem Vorstand diesen Auftrag geben, sonst sei es vom Tisch.
David Walker findet, dass – abgesehen von der Umfrage, deren Ergebnisse bei ihm gemischte Gefühle hinterliessen – man nicht weiter sei als letztes Jahr. Er sei enttäuscht, dass nicht mehr konkrete Vorschläge und Überlegungen zu den aufgeworfenen Fragen erarbeitet worden seien.
Regina Wollenmann entgegnet, dass in der Umfrage die Frage gestellt worden sei, ob die zur Verfügung gestellten Informationen genügten. Und die Antwort sei klar Ja gewesen.
Christine Moos findet, dass viele der jetzt gestellten Fragen bereits letztes Jahr mit den zur Verfügung gestellten Unterlagen behandelt worden seien. So auch die Frage, welchen Stellenwert dieses Instrument habe. Damit sei die Frage der Ressourcen eigentlich geklärt. Der SFV würde die Verbandsbeschwerde nicht regelmässig einsetzen, wie es einige Organisationen täten. Es gehe darum, etwas in der Hand zu haben für den Fall der Fälle.
Olivier Schneider: Un élément qui n’a pas été mentionné dans cette discussion, c’est la question de la séparation du statut de membre de la Société forestière et du statut professionnel. Passablement de membres sont actifs professionnellement dans une autorité et cette question du droit de recours des organisations nécessite une séparation claire des rôles. Sinon on peut avoir des craintes. J’espère que chacun est capable de faire la distinction entre les deux rôles. Je pense qu’il est important de prendre cette décision en tant que membre de l’association.
Caroline Heiri ist der Ansicht, dass der SFV als Verein bemerkenswert stark mitreden könne, insbesondere wenn es um die Rechtssetzung gehe. Kürzlich sei der SFV sogar von der UREK-N eingeladen worden, das sei doch fantastisch. Der Verein könne mit dem BAFU diskutieren, mit der KOK. Da würden strategische Entscheide gefällt. Beim Verbandsbeschwerderecht gehe es um einzelne Entscheide im Vollzug. Ob das die Ebene für den Verein sei, auf der er sich für den Wald einsetzen könne?
Regina Wollenmann erläutert das weitere Vorgehen: Der Vorstand beantrage, das Jahresprogramm anzupassen und das Verbandsbeschwerderecht inklusive Statutenänderung vorzubereiten und an der nächsten Jahresversammlung zur Abstimmung zu bringen. Dabei würden die nun geäusserten Voten berücksichtigt. Zudem werde die Abstimmung frühzeitig angekündigt, damit jede und jeder die Möglichkeit habe, an dieser Versammlung teilzunehmen.
Die Präsidentin schlägt vor, beim nächsten Punkt abzustimmen, ob die Schwerpunkte im Jahresprogramm ergänzt werden sollen. Dieses Vorgehen wird gutgeheissen.
7. Schwerpunkte 2025/2026
Die Mitglieder haben die Schwerpunkte für das kommende Jahr mit den Unterlagen erhalten. Die Präsidentin erläutert die Schwerpunkte nicht im Detail und lässt zunächst darüber abstimmen, ob die Schwerpunkte ergänzt werden sollen mit «Vorbereitungen für eine Abstimmung zum Verbandsbeschwerderecht inklusive Statutenänderung».
Bei der Abstimmung zur Ergänzung der Schwerpunkte stimmen 21 der 86 anwesenden Mitglieder dafür. Das für eine Annahme nötige absolute Mehr von 44 Stimmen wird nicht erreicht. Somit ist der Antrag abgelehnt und das Jahresprogramm wird nicht ergänzt. Regina Wollenmann bedankt sich für die Diskussion.
Anschliessend werden die vorgeschlagenen Schwerpunkte des Jahresprogramms einstimmig angenommen.
8. Budget
Regina Wollenmann übergibt das Wort an Stefan Flückiger.
Im Budget sind Einnahmen von 440 050 Franken und Ausgaben von 486 900 Franken vorgesehen, was zu einem Fehlbetrag von 46 850 Franken führt. Dieser ergibt sich aus den bereits bei der Rechnung erläuterten Sachverhalten. Insbesondere fallen die Ausgaben für die Digitalisierung der SZF unmittelbar an und werden nicht über mehrere Jahre verteilt. Zudem konnte der SFV im vergangenen Jahr eine grosszügige Spende entgegennehmen, die als Rückstellung verbucht ist. Der Vorstand ist nun gefordert, Massnahmen zu ergreifen, damit die Vereinsaktivitäten nicht in einem solchen Umfang reduziert werden müssen, dass die Arbeit des Vereins gefährdet ist.
Harald Bugmann fragt, ob sich der Vorstand überlegt habe, in dieser speziellen Situation einen Spendenaufruf zu lancieren.
Stefan Flückiger sagt, dass Spenden ein einmaliges Defizit mildern könnten. Es seien jedoch strukturelle Aufgaben zu lösen. Der Vorstand habe die Situation erkannt und wolle frühzeitig reagieren.
Das Budget 2025/2026 wird einstimmig genehmigt.
9. Wahlen
Im Vorstand gibt es drei Rücktritte: Noémi Gay, Urs Moser und Stefan Flückiger treten zurück. Neu in den Vorstand gewählt werden Christoph Dürr und Christian Krichbaum. Ihre Wahl erfolgt mit grossem Applaus. Die Nachfolge im Präsidium konnte noch nicht geregelt werden. Aus diesem Grund erklärt sich Regina Wollenmann bereit, das Amt für ein weiteres Jahr zu übernehmen, mit der klaren Erwartung, auf die nächste Mitgliederversammlung eine Nachfolge zu finden.
10. Anträge Vereinsmitglieder gemäss Statuten Art. 10
Es sind keine Anträge eingegangen.
11. Wahl des nächsten Tagungsortes
Daniel Oertig stellt in unterhaltsamer Weise den Ort für die nächste Jahresversammlung vor. Diese findet am 27. und 28. August 2026 in Schaan im Fürstentum Liechtenstein statt. Die anwesenden Mitglieder stimmen der Wahl des Orts für die Versammlung 2026 mit grossem Applaus zu.
12. Diverses
Den drei Vorstandsmitgliedern, die aus dem Gremium zurückgetreten sind, wird herzlich für ihr Engagement und ihre wertvolle Arbeit gedankt. Es sind dies Noémi Gay (Ressort Netzwerk), Urs Moser (Ressort Bildung) und Stefan Flückiger (Ressort Finanzen). Die Präsidentin würdigt ihr Wirken für den Verein.
Da es keine weiteren Wortmeldungen gibt, beendet Regina Wollenmann die Mitgliederversammlung.
Für das Protokoll: Elias Vogel
Schweiz Z Forstwes 176 (6): 344–350.