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Kurznachrichten

01.09.2025

Uralt und mit jugendlicher Kraft

Der legendäre Arvenwald God da Tamangur im Val S-charl hat eine bewegte Geschichte. Forschende der WSL haben sie in ihrem Bericht nachgezeichnet.

Der God da Tamangur mit seinen uralten, knorrigen und zum Teil längst abgestorbenen Bäumen hat schon im 19. Jahrhundert Dichter inspiriert und Forschende fasziniert. Der höchstgelegene geschlossene Arvenwald Europas im Val S-charl (GR) war Symbol für den Tod, aber auch für die Widerstandskraft und Schönheit der Natur. Als der Beweidungsdruck nachliess – und vielleicht auch wegen des Klimawandels – fand er zurück zu jugendlicher Vitalität. Die WSL-Forschenden Matthias Bürgi und Susan Lock haben die Geschichte des God da Tamangur in ihrem Bericht «God da Tamangur – ein Wald und seine Geschichte(n)» nachgezeichnet (Download auf wsl.ch).

5.6.2025, wsl.ch

Schweiz Z Forstwesen 176 (5): 288.


Mykorrhiza-Atlas bringt Licht ins Dunkel

Das Leben im Boden ist noch weitgehend unerforscht. Jetzt bringt der «Underground Atlas» der Society for the Protection of Underground Networks (SPUN) mehr Licht ins Dunkel (www.spun.earth). Er zeigt für weite Teile der Erde an, wie viele Mykorrhiza-Pilze im Boden vorkommen. Dazu haben die Forschenden 2.8 Milliarden Pilz-DNA-Proben in 130 Ländern gesammelt und mit KI das Vorkommen der Arten hochgerechnet. Das Wissen über die Bodenorganismen könnte bei fortschreitendem Klimawandel helfen, für die Ökosysteme und die Landwirtschaft wichtige Pilze zu vermehren, die an Trockenheit angepasst sind.

23.7.2025, science.org


Mehr Wildbienen dank Waldaufwertung

Gezielte ökologische Aufwertungen fördern die Artenvielfalt. Das zeigt ein Projekt des Bundes und des Kantons Bern in der Belpau südlich von Bern. Hier wurde der Wald seit 2022 aufgelichtet, damit mehr Pflanzen wachsen, die Wildbienen Nahrung bieten. Im Vergleich zu einer gleich grossen und nicht aufgelichteten Fläche konnten jetzt mehr Wildbienen gefunden werden. Auf der verbesserten Fläche kamen 64 Arten vor, auf der nicht aufgewerteten nur 43. Nun sollen zusätzlich mehr Laubbäume gepflanzt werden, die Wildbienen Pollen und Nektar bieten.

28.7.2025, Medienmitteilung


Raupe und Zikade verursachen Schäden

Zwei bisher eher unauffällige Insektenarten haben im Sommer 2025 in der Schweiz grössere Schäden an Waldbäumen angerichtet. Im Saastal und im Goms (VS) wurden Bäume durch Raupenfrass des einheimischen Schmetterlings Orangegelber Breitflügelspanner zum Teil vollständig entlaubt. Im westlichen Jura verursachte die aus südlichen Regionen stammende Kiefernblutzikade Nadelverfärbungen an Schwarz- und Waldföhren. Die Eidg. Forschungsanstalt WSL ruft dazu auf, Schäden der beiden Arten zu melden, damit sie sich einen schweizweiten Überblick verschaffen kann.

30.7.2025, wsl.ch


Waldmonitoring mit dem Smartphone

Satellitengestützte Daten zur Biomasse und zum gespeicherten Kohlenstoff von Wäldern sind aussagekräftiger, wenn sie vor Ort überprüft werden. Im Rahmen des Projekts «Citizens for Copernicus» (C4C) entwickelt das Internationale Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (A) auf der Basis von 3D-Vision- und ­KI-Technik Anwendungen, um solche Vor-Ort-Daten zu sammeln und der Forschung zur Verfügung zu stellen. Wer mitmachen und Bäume in seiner Umgebung aufnehmen will, braucht dazu die Gratis-App Geo-Quest. Sie kann unter https://c4cweb.main.geo-wiki.org heruntergeladen werden. Die Datensammlung im Rahmen der weltweiten Kampagne Tree-Quest läuft bis Ende 2025.


Einsatz für die Vogelwelt

Mit ihrem Erlebnispfad FederFröhlich ermöglichen sechs Jugendliche in Steffisburg die Begegnung mit einheimischen Vögeln und deren Lebensraum am Waldrand.

Der Ende Mai 2025 eröffnete Erlebnispfad FederFröhlich befindet sich im Schnittweier, einem von Wald umgebenen kleinen Tal in Steffisburg (BE). Er ist das Ergebnis eines Umweltprojekts des Gymnasiums Thun, das sechs Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung von Partnern – darunter die Vogelwarte Sempach und die Forst Region Thun AG – realisiert haben. Der Rundgang führt zu mehr als 50 «Wohnungen» für Vögel, Fledermäuse und Hornissen, die man mit etwas Glück in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann. Dazu kommen demnächst Infotafeln, die Wissenswertes über Biodiversität, den Lebensraum Schnittweier und seine tierischen Bewohner vermitteln.

federfroehlich.ch

Schutzfunktion des Waldes gezielt erhalten

Forschende der ETH Zürich und der WSL haben untersucht, wie die Schutzwirkung gegen Steinschlag von Schweizer Berg­wäldern im Klimawandel erhalten werden kann (Link zur Studie). Die Herausforderung liege darin, eine optimale Verteilung verschiedener Stammdurchmesser zu bewahren. Dazu haben die Forschenden optimierte Bewirtschaftungssysteme für verschiedene Höhenlagen und Bewirtschaftungsarten entwickelt. Ihre Empfehlungen betreffen die Erntehäufigkeit und -intensität sowie Anpassungen bei den Stammdurchmessern.

27.5.2025, Ecological Indicators

Die Forstwissenschaft denkt den Wald neu

Unter dem Titel «Wald – Neu – Denken» findet vom 29. September bis zum 2. Oktober 2025 in Freiburg (D) die Forstwissenschaftliche Tagung 2025 statt – die grösste Tagung der Forstwissenschaften im deutschsprachigen Raum. Inhaltlich dreht sich der Anlass um die Frage, wie die Forstwirtschaft mit den klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Waldökosysteme umgehen soll. Das Vortragsprogramm wird mit zahlreichen Exkursionen ergänzt.

www.uni-freiburg.de/fowita2025/

Forschungsplattform für den Zukunftswald

Im Harz und in Niederbayern entstehen unter Leitung des Thünen-Instituts und des Helmholz-Zentrums für Umweltforschung drei «Waldreallabore». Ziel ist es, auf repräsentativen Flächen neue Managementansätze für die stark geschädigten Fichtenbestände in den deutschen Mittelgebirgen zu entwickeln und den natürlichen Klimaschutz zu optimieren. Mithilfe von Geodaten, Fernerkundung und KI werden die gewonnenen Informationen zu einem überregionalen Modell für Wälder in der Mittelgebirgsregion hochgerechnet.

23.6.2025, Medienmitteilung

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