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Grundsätzlich gutgeheissene Wald- und Holzstrategie
120 Fachpersonen aus Praxis, Politik, Forschung und Architektur diskutierten am BRÜNIG FORUM Wald Holz Wirtschaft Ende Januar über die Zukunft von Wald und Holz.
25.02.2026
BRÜNIG FORUM
Bereits zum vierten Mal organisierten Lignum Bern und Luzern zusammen mit der Berner Fachhochschule und der Hochschule Luzern Ende Januar 2026 das BRÜNIG FORUM. Der Emmentaler Unternehmer Peter Jakob, Präsident der SCL Tigers und Verwaltungsratspräsident von Jakob Rope Systems, referierte als Gastgeber über Unternehmenskultur, Verantwortung und Mut zu neuen Wegen. Auf der anschliessenden Führung durch die Arena sei der Stellenwert des Holzbaus im regionalen, wirtschaftlichen Kontext sichtbar geworden, schreiben die Veranstaltenden in einer Mitteilung.
Der Austausch mit den politischen Entscheidungsträgern Bundesrat Albert Rösti und Regierungsrat Josef Hess (OW) prägte den Anlass. Rösti legte die Bedeutung der Wald- und Holzstrategie 2050 für die Anpassung an den Klimawandel, für Versorgungssicherheit und nachhaltige Ressourcennutzung dar. Hess betonte den langen Prozess der Erarbeitung und die Wichtigkeit der Massnahmen, die die Strategie erst in den Alltag integrieren lassen.
Breit angelegt, aber mit fehlenden Prioritäten
Die Podiumsdiskussion machte deutlich, dass die neue Wald- und Holzstrategie zwar breit angelegt ist, in der Umsetzung jedoch an fehlenden Prioritäten leidet. Die Strategie vereine zwar Biodiversität, Schutzwald und Holzproduktion, aber es fehlten Ansätze für eine wirksame Umsetzung. Regierungsrat Josef Hess bestätigte, dass eine Priorisierung politisch nicht erreichbar war. Das Fazit der Diskussion lautete: Die Strategie werde von der Branche im Grundsatz gutgeheissen, lasse aber eine Richtung vermissen, bilanzieren die Veranstaltenden.
Impressionen und ausführlicher Beitrag
Schweiz Z Forstwes 177 (2): 135.
Kooperation als Arbeitsweise der Zukunft
Verschiedene Referate und Workshops betonten Herausforderungen in der Wald-Holz-Kette: regional unterschiedlich ausgeprägte, aber überall spürbare Fachkräftesicherung (Daniel Landolt, Interface Politikstudien Forschung Beratung AG), von digitalen Suchmechanismen geprägtes Berufswahlverhalten (Michael Raaflaub, Lehrberufe Live!) oder wirksame, gemeinsame Auftritte wie an der Zentralschweizer Bildungsmesse (Fabienne Wey, Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz). In Fachreferaten führten Michael Rolli (rollimarchini AG) und Markus Gerber (Kühni AG) anschaulich vor Augen, wie Holzbau heute als Verbindung von Region, Architektur und Zusammenarbeit funktioniere. Michael Rolli zeigte am Beispiel der Langnauer Ilfishalle, wie Holz räumliche Identität erzeugt und wie Kooperationen – etwa im Sponsoring oder in der Zwischennutzung – kreative Lösungen ermöglichen. Markus Gerber legte dar, weshalb erfolgreiche ARGE-Projekte frühzeitige und transparente Zusammenarbeit erfordern, mit klaren Rollen und Respekt für die jeweiligen Expertisen.
Im Dialog mit der Architektur machte Jolanda Brunner (Lignum Holzwirtschaft Bern) deutlich, dass Hürden im Holzbau weniger ideologische, sondern pragmatische Fragen sind: Verfügbarkeit, Kosten, Dauerhaftigkeit, sommerlicher Wärmeschutz. Hier brauche es gemeinsame Faktenlagen, verlässliche Kommunikation und mehr Dialog, um diese Vorbehalte abzubauen. Die neu entstandene Plattform www.holzkoepfe.ch soll genau hier ansetzen.
Innovation braucht Räume
Workshops von BFH und HSLU offenbarten das grosse Potenzial von enger Zusammenarbeit. Milena Daphinoff (Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau) stellte den «Timber Startup Incubator» vor, der künftig auch KMU stärker einbeziehen soll. Die Teilnehmenden forderten mehr Wissenstransfer, Zugang zu Testinfrastrukturen und breitere Wertschöpfungsnetze.
Pascal Wacker (Hochschule Luzern, Technik und Architektur) zeigte mit dem Circular Time Lab, wie interdisziplinäre Kooperation bereits in der Ausbildung verankert werden kann. Diskutiert wurden unter anderem materialgerechtes Bauen, Klimaanpassung, wirtschaftliche Bewertung sowie neue Kommunikationsformen und praxisnahe Reallabore.
Kooperation als Arbeitsweise
Das BRÜNIG FORUM 2026 habe gezeigt, dass die Branche die Herausforderungen nicht isoliert lösen kann, schreiben die Veranstaltenden im Rückblick. Nachwuchsgewinnung brauche gemeinsame Sichtbarkeit, Innovationskraft brauche vertrauensvolle Räume, und Wettbewerbsfähigkeit entstehe dort, wo Akteure ihre Stärken verbinden. Als Kernaussage des Forums formulierte die Moderatorin Sonja Geier daher treffend: Kooperation ist keine Parole, sondern die zentrale Arbeitsweise für die Zukunft.