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Bulgarische Eichenwälder müssen sich rasch verjüngen

«Herausforderungen, um Biodiversität im Kontext des Klimawandels zu erhalten»: Unter diesem Titel fand vom 11. bis zum 14. September 2025 der 21. Kongress der Union of European Foresters (UEF) in Bulgarien statt.

01.11.2025

Überalterte Eichenniederwälder bei Voden-Iri Hisar (Nordostbulgarien) sollen umgewandelt werden, damit sie besser auf die Auswirkungen des Klimawandels reagieren können.
Überalterte Eichenniederwälder bei Voden-Iri Hisar (Nordostbulgarien) sollen umgewandelt werden, damit sie besser auf die Auswirkungen des Klimawandels reagieren können.

UEF-Kongress

Die Union of Bulgarian Foresters organisierte einen fachlich und kulturell reichhaltigen Anlass, an dem über 40 Personen aus 14 Ländern Europas teilnahmen. Neben der Mitgliederversammlung bot er den Teilnehmenden ein halbtägiges Seminar mit Fachbeiträgen sowie Einblick in die Bewirtschaftung von Eichenniederwäldern in der Region um Kubrat, östlich vom Tagungsort Ruse an der Donau.

Eichen in Niederwäldern …

Eichenniederwälder mit ungarischer Eiche (Quercus frainetto), Traubeneiche (Quercus petrea), Flaumeiche (Quercus pubescens) und Zerreiche (Quercus cerris) machen mit 1.4 Millionen Hektaren rund 36 Prozent der bulgarischen Wälder aus (Abbildung 1). Georgi Kostov, Assistenzprofessor am Departement Waldbau der Forstuniversität in Sofia, erklärte, dass sich diese oft überalterten Niederwälder im nordöstlichen Teil Bulgariens rasch erneuern müssen, um mit den geringer werdenden Niederschlägen (400 mm/Jahr) und den steigenden Temperaturen (bis 45 °C) erfolgreich umgehen zu können. Dazu sollen nach Eichenmastjahren gezielt Verjüngungsschläge als Lochhieb oder Schneisen erfolgen. Jeweils ein Jahr später soll die dichte Strauchschicht, die sich über die Jahre etabliert hat, mit Mähmaschinen zurückgeschnitten werden, um das Aufkommen von Eichen zu ermöglichen. Die Erkenntnisse aus dem laufenden Versuch wurden auch vor Ort vorgestellt.

… und in Windschutzhecken

Neben den genannten Eichenarten und der Roteiche (Quercus robur) werden Feldulme, Robinie, Bergahorn, Linde, Rosskastanie und verschiedene Eschenarten auch in Windschutzhecken eingesetzt, die sich auf rund 10 700 ha durch ganz Bulgarien ziehen. 2023 hat ein wissenschaftliches Team unter der Leitung von Georgi Georgiev, Direktor des Forschungsinstituts für den Wald an der bulgarischen Akademie der Wissenschaften, den Zustand dieser «field-protected forest belts» nach der seit 2020 unregelmässigen Niederschlagsverteilung und den langen Trockenperioden untersucht. Dabei zeigte sich, dass Feldulmen wegen des Ulmensterbens und des Ulmensplintkäfers, Eschen durch verschiedenste Pilze und Bakterien sowie Roteichen durch den erstmals 2023 in Bulgarien bzw. in Europa nachgewiesenen Rindenkugelpilz (Biscogniauxia mediterranea) an Roteichen markant geschwächt werden (Georgieva et al 2024). Daher sollen neue Hecken ohne Roteiche angelegt werden.

Konstanz im UEF-Vorstand

An der Mitgliederversammlung bestätigten die anwesenden Mitglieder den UEF-Vorstand für die nächsten vier Jahre mit einer Ausnahme: Ilpo Puputti aus Finnland trat als Vizepräsident zurück. Tiina Eklund, die bestens mit dem Forst- und Jagdwesen in Finnland vertraut ist, wurde einstimmig als seine Nachfolgerin gewählt. Nach 24 Jahren wurden die Statuten aktualisiert und mit einem neuen Artikel zur finanziellen Beteiligung der UEF an Projekten im Forstsektor und der Ausbildung ergänzt. Das Vierjahresprogramm fokussiert neben den bekannten Themen auf die Entwicklung der EU-Roadmap «Nature credits to incentivise private investments into action» (https://ec.europa.eu/newsroom/env/items/892839/), die allenfalls die Multifunktionalität des Waldes infrage stellen könnte. Die nächste UEF-Tagung findet vom 22. bis zum 25. Oktober 2026 in Istanbul statt.

Karin Hilfiker, in Vertretung des Vorstands des Fachvereins Wald SIA

Schweiz Z Forstwes 176 (6): 352.

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