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Breite Vernetzung für Waldforschung mit offenem Blick für die Praxis

Gegründet vor fast zehn Jahren, ist das SwissForestLab die Drehscheibe für Schweizer Waldforschung und Wissenstransfer. Neu vernetzt sich das Lab auch über die Landesgrenzen hinweg und verbindet verstärkt Forschungsaktivitäten und praktische Anforderungen, um den multifunktionalen Wäldern von morgen gerechter zu werden.

01.01.2026

Das SwissForestLab bietet einen praxisnahen Ort, damit Fachleute aktuelle Herausforderungen in der Waldforschung erörtern können.
Das SwissForestLab bietet einen praxisnahen Ort, damit Fachleute aktuelle Herausforderungen in der Waldforschung erörtern können.

SwissForestLab

Das SwissForestLab (SFL) wurde 2017 gegründet. Als nationale Forschungsplattform und Infrastrukturnetzwerk verbindet es Waldforschende und Institutionen in der ganzen Schweiz miteinander. Es ist das Ziel, Synergien aus gemeinsamen Forschungsinfrastrukturen, Daten und Modellen zu nutzen, um die komplexe Funktionsweise und Widerstandsfähigkeit des Ökosystems Wald angesichts des Klimawandels besser zu verstehen und wissenschaftlich fundierte Konzepte für dessen nachhaltige Bewirtschaftung zu entwickeln. Darüber hinaus fördert das SFL die Grundlagenforschung in den Waldwissenschaften und unterstützt deren Anwendung sowie die Umsetzung neuer Erkenntnisse in die Praxis und für die Hochschullehre. Finanziell getragen wird das SFL von der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, wo auch die Koordinationsstelle angesiedelt ist. Zusätzlich wird es vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützt.

Leistungen und Nutzen für die Forstpraxis

Das SFL fördert den Wissensaustausch zwischen den Forschenden durch exklusive Formate wie die jährlich stattfindende Summer School zur Nachwuchsförderung und den ScienceDay, der nicht nur Forschungsergebnisse einem breiten Fachpublikum vorstellt, sondern auch die Vernetzung und den Austausch unter Forschenden stärkt. Besonderes Gewicht hat ausserdem der «SwissForestLab Dialog», der als besondere Schnittstelle zur Praxis dient: Bei diesem Format werden Fragestellungen von Praxispartnern aufgenommen, mit dem aktuellen Wissensstand erörtert und gemeinsam mit der Forstpraxis diskutiert. Wenn immer möglich, werden die Resultate in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt. Damit schafft das SFL eine direkte Brücke zwischen Forschungserkenntnissen und praktischer Umsetzung für Forstdienste, Betriebe und Behörden. Schliesslich legt das SFL neben der gezielten Förderung des Wissensaustauschs auch grossen Wert auf die Vermittlung und gemeinsame Nutzung leistungsfähiger Forschungsinfrastrukturen in der Forschung.

Das Netzwerk ist breit verankert und verbindet verschiedene Forschungsinfrastrukturen, Datenbestände und Modelle in der Schweiz. Über EnviDat, das Umweltdatenportal der WSL, sind detaillierte Hintergrundinformationen zugänglich, was gezieltes Suchen, Filtern und die gemeinsame Nutzung ermöglicht. Die Plattform steht allen Forschenden offen, die mit eigenen Forschungsflächen, Daten oder Modellen zur Waldforschung beitragen. Durch diese Vernetzung wird die Durchführung grossflächiger, vergleichbarer und interdisziplinärer Forschungsprojekte erleichtert, die zentrale Grundlagen für das Verständnis der Waldökosysteme liefern und damit nachhaltige Bewirtschaftungsstrategien ermöglichen.

Neue Vernetzung über Landesgrenzen hinweg

Nicht zuletzt verbindet das SFL die Schweizer Waldforschung zunehmend mit grenzüberschreitenden Initiativen wie dem TriNational ForestLab. Dieses Netzwerk, gefördert von der Velux Stiftung, umfasst Institutionen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich (u.a. NFZ.forestnet) und stärkt den europäischen Wissensaustausch (u.a. über Waldwissen.net) sowie die gemeinsame Entwicklung praktischer und wissenschaftlicher Ansätze zur Erhaltung resilienter Wälder in einem sich wandelnden Klima.

Regine Maier,swissforestlab@wsl.ch

Schweiz Z Forstwes 177 (1): 61.

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