- Aktuell
Aus dem Vorstand
Der Vorstand traf sich am 17. Oktober zu seiner ersten Sitzung in neuer Zusammensetzung an der ETH Zürich. Nach einem Rückblick auf die Jahresversammlung in Solothurn nahm er die Planung des neuen Vereinsjahres an die Hand.
01.11.2025
Forstverein · Société forestière
Wichtige Themen der ersten Vorstandssitzung mit den beiden neu gewählten Mitgliedern Christoph Dürr und Christian Krichbaum waren die Zuteilung der Ressorts sowie die Zusammenarbeit im Vorstand und mit dem Geschäftsführer (siehe Box). Ebenso erörterte der Vorstand die aktuellen politischen Geschäfte. Dazu zählen unter anderem die kurz vor dem Abschluss stehende integrale Wald- und Holzstrategie des Bundes, die Botschaft zum Finanzpaket 27 sowie die Umsetzung der Motion Würth zur Flexibilisierung des Rodungsersatzes.
Mitgliederumfrage zum Verbandsbeschwerderecht
Auf Anregung aus dem Verein beschäftigte sich der Vorstand seit 2023 mit dem Verbandsbeschwerderecht, konkret mit der Frage, ob der Verein dieses beim Bundesrat beantragen soll. Aufbauend auf den Diskussionen und Beschlüssen der Mitgliederversammlungen 2023 und 2024 wurden vertiefte Abklärungen vorgenommen und Grundlagen erarbeitet, um eine breit abgestützte Meinungsbildung innerhalb des Vereins zu ermöglichen. Um ein besseres Verständnis des Meinungsspektrums im Verein zu erhalten, führte der Vorstand im Hinblick auf die Mitgliederversammlung 2025 eine Umfrage durch.
Die anonyme Online-Umfrage fand im Juni 2025 statt. Die Mitglieder des Vereins wurden per E-Mail angeschrieben. Insgesamt nahmen 153 Personen an der Umfrage teil (knapp 25% der Mitglieder). Davon haben 108 Mitglieder die Fragen vollständig beantwortet. Auch wenn die Ergebnisse somit kein vollständiges Meinungsbild aller Mitglieder wiedergeben, lassen sie doch Tendenzen erkennen.
Im Zentrum der Befragung standen die Bedeutung des Verbandsbeschwerderechts, die Einschätzung möglicher Risiken, dessen Beitrag für den Waldschutz, die Wirkungen auf die Glaubwürdigkeit und öffentliche Wahrnehmung des Vereins sowie die zentrale Frage, ob der SFV das Verbandsbeschwerderecht beantragen soll.
Chancen und Risiken für den SFV
89 Mitglieder, die geantwortet haben, erachten die Bedeutung des Verbandsbeschwerderechts und dass sich der SFV in Vollzugsverfahren, bei denen der Schutz des Waldes betroffen ist, einbringt, als sehr wichtig oder eher wichtig (82 Prozent). Für 8 Mitglieder ist dies eher unwichtig oder überhaupt nicht wichtig (8 Prozent), während 11 Mitglieder diesbezüglich neutral geantwortet haben. 72 der Antwortenden erkennen im Verbandsbeschwerderecht auf jeden Fall oder eher einen Nutzen für den Waldschutz (67 Prozent), während 26 einen solchen nicht sehen (24,5 Prozent). Neun Mitglieder antworteten neutral (8,5 Prozent). Dass die Glaubwürdigkeit des SFV mit dem Verbandsbeschwerderecht gestärkt oder eher gestärkt wird und sich das auch positiv auf die öffentliche Wahrnehmung des Vereins auswirkt, glaubt ebenfalls eine Mehrheit. Die Risiken und Nachteile bezüglich der Zusammenarbeit mit Behörden und Waldbesitzenden angesichts der beruflichen Tätigkeit vieler Vereinsmitglieder im öffentlichen Forstdienst werden von 58 Mitgliedern als gering oder eher gering eingeschätzt (55 Prozent). 48 Mitglieder erkennen darin jedoch erhebliche Risiken (45 Prozent).
Eine Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich konkret für die Beantragung des Verbandsbeschwerderechts durch den SFV aus. 63 waren dafür (59,5 Prozent), 27 dagegen (25,5 Prozent) und 16 unentschlossen (15 Prozent).
Der Vorstand hat die Resultate an der Klausur diskutiert und beschlossen, an der Mitgliederversammlung 2025 zu beantragen, die Vorbereitungen für einen Vereinsentscheid zur Beantragung des Verbandsbeschwerderechts in das Jahresprogramm aufzunehmen – mit dem Ziel, an der Jahresversammlung 2026 darüber abzustimmen. Dieser Antrag wurde von der Versammlung jedoch abgelehnt (siehe Protokoll der Mitgliederversammlung, SZF 6/2025, Seite 344 ff).
Spannungsfeld zwischen Umfrage und Abstimmung
Damit zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen den grundsätzlichen Möglichkeiten, die das Verbandsbeschwerderecht dem SFV im Vollzug des Waldschutzes eröffnen könnte, und den strukturellen, organisatorischen und finanziellen Grenzen des Vereins. Zwar wird das Verbandsbeschwerderecht von vielen Mitgliedern als sinnvolles und nützliches Instrument für den Waldschutz anerkannt. Dass der SFV aktuell in der Lage ist, die dafür notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen bereitzustellen, wird hingegen infrage gestellt.
Ungeachtet dessen engagiert sich der SFV bereits heute im Rahmen seiner Möglichkeiten auf politischer Ebene. Mit Stellungnahmen, Positionspapieren und der Mitwirkung in der Meinungsbildung trägt der Verein aktiv dazu bei, die vielfältigen Leistungen des Waldes und der Forstwirtschaft in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und bei Entscheidungsträgern einzubringen.
Schweiz Z Forstwes 176 (6): 351.
Kompletter Bericht mit Fragen und Grafiken
Neuer Vorstand nimmt Arbeit auf
Der Vorstand traf sich in seiner neuen Zusammensetzung zur ersten Sitzung am 17. Oktober 2025 in Zürich. Christoph Dürr übernimmt neu das Ressort Finanzen. Christian Krichbaum übernimmt das bisherige Ressort Netzwerk, das mit «Interessensvertretung Wald» einen neuen Namen erhält und inhaltlich erweitert wird. Präsidentin Regina Wollenmann zählt weiterhin auf das Team mit Vizepräsidentin Christine Moos (Ressort Zeitschrift), Sophie Stroheker (Ressort Wissenschaft) und Laetitia Erny (Ressort Kommunikation). Vakant ist derzeit das Ressort Bildung.