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Auf den Spuren erfolgreicher Wiederbewaldung

Am Klima-Tisch Mittelland/Jura 2025 kamen Mitarbeitende aus zwölf Kantonen und dem BAFU sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Wissenschaft zusammen, um sich über Erfahrungen, Erkenntnisse und Strategien zur Wiederbewaldung auszutauschen und voneinander zu lernen.

01.01.2026

Wiederbewaldungsflächen nach einem Sommersturm 2017 wurden mit drei unterschiedlichen Anteilen Naturverjüngung wiederbewaldet.
Wiederbewaldungsflächen nach einem Sommersturm 2017 wurden mit drei unterschiedlichen Anteilen Naturverjüngung wiederbewaldet.

Veranstaltung Klima-Tisch der Kantone

Und plötzlich war der Wald weg! – genau so erging es einem Waldstück in der Gemeinde Hüttwilen (TG). Ein Sommersturm fegte 2017 erste Bestände um. Die umliegenden Bestände fielen danach dem Borkenkäfer zum Opfer. Mittlerweile ist von dieser Katastrophe nur noch wenig sichtbar. Am Klima-Tisch 2025 führte der Gastkanton Thurgau durch verschiedene Wiederbewaldungsflächen, die auf den ehemaligen Schadbeständen angelegt wurden. Auf diesen Flächen wurden die drei, nach Anteil Naturverjüngung aufgeteilten, Beitragsstufen der Thurgauer Richtlinie zur Wiederbewaldung vorgestellt. An der zweiten Station der Exkursion wurde das Vorgehen bei der Erfolgskontrolle demonstriert. Hierbei wird geprüft, ob die vorhandene Verjüngung die Vorgaben für eine erfolgreiche Wiederbewaldung erfüllt. Der Kanton Thurgau leistet je die Hälfte des Beitrags nach Einrichtung der Wiederbewaldungsfläche und nach positiver Erfolgskontrolle, die drei bis fünf Jahre später erfolgt. Auf den drei Flächen kamen zwar unterschiedliche Beitragsstufen zum Einsatz, letztlich hat sich aber auf jeder Fläche die Verjüngung erfolgreich eingestellt.

Reichhaltiger Mix aus Theorie und Praxis

Vor der Exkursion am Nachmittag wurden am Morgen im Ausbildungszentrum Galgenholz theoretische Grundlagen zum Thema Wiederbewaldung vermittelt. Neben einem ersten Überblick über die Beitragsrichtlinien zur Wiederbewaldung von Schadflächen im Kanton Thurgau durch Jochen Breschan und Robert Wiest erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in ein zweites kantonales Förderprogramm. Angélique Herzig stellte in ihrem Vortrag die «Klimaangepasste Waldverjüngung» des Kantons Bern vor. Mithilfe eines wirkungsorientieren Ansatzes können die Waldbesitzenden ihren Wald an die Klimaveränderung anpassen. Dabei können sie das Programm reaktiv anwenden, wenn es bereits zu Schäden durch den Klimawandel gekommen ist, oder proaktiv, wenn sie das Risiko für zukünftige Schäden minimieren wollen.

Ein sinnvolles Hilfsmittel zur Dokumentation von Erfahrungen stellte Peter Ammann von der Fachstelle Waldbau mit dem DokuTool vor. Es folgten neuste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wiederbewaldung. Frank Krumm von der WSL zeigte auf, dass Störungen komplex sind und zu einem Paradoxon führen: Störungen reduzieren die wichtige CO2-Speicherung, gleichzeitig profitiert die Biodiversität. Von Sebastian Hein von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg am Neckar (D) erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die Erfahrungen zur Wiederbewaldung nach 2018 in Deutschland. «Wer streut, rutscht nicht»: Mit diesem Satz appellierte er an die Teilnehmenden, dass jetzt die Zeit sei, um vielfältige, zukunftsfähige Wälder zu fördern und so das Risiko auf verschiedene Baumarten und Strukturen zu verteilen.

Rückblick

Der Fokus des ersten Klima-Tischs 2022 lag darauf, die Vertreterinnen und Vertreter aus den Kantonen kennenzulernen und zu erfahren, welche kantonalen Programm es gibt. Am zweiten Klima-Tisch entführte der Gastkanton Freiburg die Teilnehmenden für angeregte Diskussionen zur Baumartenempfehlung in klimasensitive Bestände. 2024 lud der Gastkanton Zürich ein, um in den Wäldern Bülachs über die Bedeutung von forstlichem Vermehrungsgut in Zeiten der Klimaveränderung zu diskutieren. Welches Thema 2026 im Fokus steht, ist noch offen.

Angélique Herzig,angelique.herzig@be.ch, Jochen Breschan,jochen.breschan@tg.ch

Schweiz Z Forstwes 177 (1): 67.

Klima-Tisch Mittelland/Jura

Der Klima-Tisch Mittelland/Jura ist seit 2022 ein Austauschgefäss von Kantonsfachleuten im Mittelland und im Jura Kantone zu Themen rund um den Umgang mit den Folgen des Klimawandels für den Wald . Er schafft Raum für den Austausch von Erfahrungen und den Einbezug von neuen Erkenntnissen aus der Wissenschaft und des Bundes. Der Klima-Tisch ist zweisprachig. Der Kanton Bern organisiert ihn gemeinsam mit einem wechselnden Gastkanton.

Kontakt: Angélique Herzig, angelique.herzig@be.ch

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