- Aktuell
Als Digital Ranger unterwegs auf Outdoorplattformen
Das Herbstseminar der Arbeitsgemeinschaft für den Wald und von Fortbildung Wald und Landschaft (fowala) rückte Herausforderungen und Potenziale von digitalen Outdoorplattformen in den Fokus. Ein wichtiges Thema ist das digitale Besuchermanagement.
01.11.2025
Arbeitsgemeinschaft für den Wald (AfW) · Communauté de travail pour la forêt (CTF)
Immer mehr Menschen planen ihre Freizeitaktivitäten mithilfe von digitalen Outdoorplattformen wie SchweizMobil, Outdooractive, Komoot, Strava oder Trailforks, um anschliessend mit dem Smartphone durchs Gelände zu navigieren. Dabei zeichnen sie ihre Tracks auf und teilen diese – oft illustriert mit Fotos – auf Websites und in den sozialen Medien. Die Tools bieten neue Möglichkeiten, bringen aber genauso viele Herausforderungen mit sich. Einerseits ermöglichen sie den unmittelbaren Austausch zwischen Nutzerinnen, Nutzern und Fachleuten, andererseits werden durch die sozialen Medien auch Geheimtipps, unerlaubte Wege und unerwünschtes Verhalten bekannt gemacht. Auch kommerzielle Anbieter wie Tourismusdestinationen oder Outdoorfirmen bewegen sich in der digitalen Welt. Dies alles führt dazu, dass sich das neue Berufsbild «Digital Ranger» etabliert.
Digitales Besuchermanagement
An der Veranstaltung gab Julia Zink einen Einblick in das digitale Besuchermanagement des Nationalparks Bayerischer Wald, in dem rund 150 Stellenprozente für Digital Ranger eingesetzt werden. «Die Ranger-Tätigkeiten im Internet und in den sozialen Medien sind grundsätzlich dieselben wie draussen im Gelände», sagte sie. «Wir informieren, sensibilisieren und klären auf – immer mit dem Ziel, dass sich die Besuchenden naturverträglich verhalten.» In den sozialen Medien wird über den Park und die erlaubten Aktivitäten informiert. Zudem würden User freundlich gebeten, Posts mit unerwünschtem Verhalten und verbotenen Aktivitäten zu löschen, so Zink. Im Extremfall könnten «Wiederholungstäter» auch gebüsst werden. Ein wichtiges Tool im Alltag ist OpenStreetMap (OSM), wo Routen und Regeln eingetragen, korrigiert und ergänzt werden können.
Nach der Vorstellung verschiedener Onlineplattformen wie der swisstopo-App, der SchweizMobil-App, der SAC-App und Trailfork präsentierte Sebastian Sarx den Verein «Digitize the Planet». Dessen Ziel ist es, die digitale Grundlage für naturschutzkonforme Outdooraktivitäten zu schaffen. Dazu sollen bestehende Daten so aufbereitet werden, dass sie auf verschiedenen Plattformen genutzt werden können. Für viele Daten ist das aber noch nicht möglich, wie das Beispiel von Pro Natura zeigt: Rund 800 zum Teil sehr kleine Schutzgebiete sind zwar auf Karten eingetragen, Informationen zu den Bestimmungen sind aber (noch) nicht digitalisiert und für die User also nicht abrufbar. Aber es kommt Bewegung in die Sache: Kürzlich beschlossen Bund und Kantone die Schaffung einer gemeinsamen Plattform für die Geodaten der Schweiz.
Zwei Schweizer Praxisbeispiele
Fabian Freuler stellte das dynamische Besuchermanagementkonzept des Naturparks Beverin (GR) vor. Auch er betonte, dass durch die sozialen Medien neue Hotspots entstünden und der Druck vor allem auf bisher «unberührte» Gebiete zunehme. Wichtig sei die Erkenntnis, dass die Lenkung der Besucherinnen und Besucher bereits bei deren Planung zu Hause beginne. «Unser Ziel ist es, mit nachhaltigen Angeboten positiv zu lenken, zu sensibilisieren und ohne Verbote auszukommen», sagte Fabian Freuler.
Tobias Klein und Flavia Zangerle von der Griffin Ranger GmbH betreuen als Ranger elf Naturschutzgebiete im Kanton Zürich, sechs davon auch im digitalen Raum. «Wir ergänzen fehlende Informationen, korrigieren und melden fehlerhafte Einträge und kommunizieren mit den Usern», erläuterten die beiden Ranger. «Wichtig ist die Verknüpfung des digitalen mit dem physischen Rangerdienst im Gebiet. Die Ranger müssen vertraut sein mit den Gegebenheiten vor Ort (Beschilderung, Problemzonen, Wegführungen). Und die Beschilderungen im Gelände müssen mit den Angaben auf den Karten übereinstimmen.»
Brigitte Wolf
Schweiz Z Forstwes 176 (6): 341.
Eidgenössisch diplomierte Ranger
Die Bedeutung der digitalen Besucherlenkung steigt schnell. Dabei sind in der Schweiz auch rund 300 Rangerinnen und Ranger gefordert, die zwischen Menschen und Natur vermitteln. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bestätigte kürzlich gegenüber Schweizer Radio und Fernsehen, dass die Ausbildung zum Ranger künftig vom Bund anerkannt und finanziell unterstützt werden soll. 2027 werden die ersten eidgenössisch diplomierten Rangerinnen und Ranger ihre Ausbildung abschliessen können.
bw