- Aktuell
Wald- und Holzwirtschaft stärken das Berggebiet
Die Schweizer Berghilfe setzt 2026 auf den Jahresschwerpunkt «Vom Wald zum Produkt – Holzwirtschaft stärkt das Berggebiet». Die Stiftung unterstützt Klein- und Kleinstbetriebe, die für die Bevölkerung im Berggebiet zentral sind.
25.02.2026
Schweizer Berghilfe
Die Schweizer Berghilfe leistet seit 1943 Hilfe zur Selbsthilfe im Berggebiet. 2026 legt sie ihren Fokus auf Betriebe der Holzwirtschaft im Berggebiet. Diese sind wichtig, denn Holzernte und lokale Verarbeitung schaffen Arbeitsplätze.
Drittwichtigste Arbeitgeberin
Nach der Landwirtschaft und dem Tourismus ist die Wald- und Holzwirtschaft die wichtigste Branche im Berggebiet. Kurt Zgraggen, Geschäftsführer der Schweizer Berghilfe, sagte an einer Medienorientierung in Zürich, von 100 Arbeitsplätzen im Berggebiet seien 10 bis 15 in der Holzbranche anzusiedeln. Die Verarbeitung des Holzes geschehe vornehmlich in kleinen Betrieben. 99 Prozent aller holzverarbeitenden Firmen in den Bergen seien Klein- und Kleinstbetriebe, so Zgraggen.
Auch Sandra Burlet, Direktorin von Lignum, unterstrich die Bedeutung der Branche mit schweizweit rund 2900 Beschäftigten in der Waldwirtschaft und 85'000 Beschäftigten in der Holzwirtschaft. Bei der Holznutzung im Schweizer Wald gebe es noch Potenzial. So hält etwa die kürzlich vom Bund verabschiedete Integrale Wald- und Holzstrategie 2050 als Ziel fest, eine Million Kubikmeter Holz mehr zu nutzen. Gegenwärtig beträgt die Holznutzung rund 5 Millionen Kubikmeter.
In den letzten zehn Jahren unterstützte die Schweizer Berghilfe 190 Projekte aus der Holzwirtschaft mit insgesamt rund 12.7 Millionen Franken, Tendenz steigend. Die an der Medienorientierung präsentierten Beispiele zeugten von einer eindrücklichen Vielfalt.
Fernwärme, traditioneller Holzbau und Hightech-Holzskis
Simon Kälin stellte das Fernwärmenetz Euthal (SZ) vor. Bisher konnte die Sägerei das Restholz nicht verwerten und musste für die «Entsorgung» bezahlen. Seit 2024 wird damit nun Wärme produziert für die eigene Holztrocknungsanlage und das Fernwärmenetz, an das immer mehr Häuser angeschlossen werden. Als zweites Beispiel setzt die Holzbau Müller in Wengen (BE) auf traditionelles Holzbauhandwerk und konnte vor zwei Jahren eine neue Werkstatt realisieren. Dano Waldburger und Andreas Tobler entwickelten mit Hartnäckigkeit und Pioniergeist einen neuen Ski mit einem Holzkern. Dafür erhielten sie 2021 den Prix Montage. Heute produziert die Firma 450 Paar Ski pro Jahr. Dank dem erworbenen Knowhow stellt die Firma spezielle Teile für Schreinereien her und beschäftigt heute sechs Personen.
Lukas Denzler