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Wald, Landschaft, Wildtiere und Lebensräume
Vor zehn Jahren wurde die Konferenz für Wald, Wildtiere und Landschaft (KWL) gegründet. Unter den Kantonen und mit dem Bund konnte so die Zusammenarbeit bei Naturthemen verbessert werden.
25.02.2026
Aus den Kantonen · Nouvelles des cantons
Am 27. November 2015 stimmten die Mitglieder der Forst- und der Jagddirektorenkonferenz in Montreux der Fusion der beiden Konferenzen sowie einer Neuausrichtung zu. So entstand die neue Konferenz für Wald, Wildtiere und Landschaft (KWL). Zudem wurde der Übergang von der Geschäftsführung zu einem Generalsekretariat beschlossen. Und die Einbindung der Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz (JFK) als zweite Fachkonferenz neben der Kantonsoberförsterkonferenz (KOK) wurde auf den 1. Januar 2017 festgelegt.
Seit der damaligen Neuausrichtung sind die Kernaufgaben der KWL eine nachhaltige Politik für das Wald- und Landschaftsmanagement, das Wildtiermanagement zu Land und zu Wasser und das Lebensraum- und Ökosystemmanagement. Dieser wichtige Schritt sollte dazu beitragen, dass die Politik für die Umweltbereiche an Effizienz und Kohärenz gewinnt. So sollten auch die Interessen der Kantone gegenüber dem Bund noch konsequenter und nachhaltiger vertreten werden. Weiter wollte die KWL das Wald- und Wildtiermanagement unter den Kantonen und mit der Landschaftspolitik noch besser koordinieren.
Vielseitige Arbeitsschwerpunkte
Die KWL beschäftigte sich mit zwei Jagdgesetzvorlagen und fünf Revisionen der Jagdverordnung. Dabei wurden insbesondere beim Wolfs- und beim Bibermanagement mehrheitsfähige Fortschritte erzielt. Im Hinblick auf das teilrevidierte Jagdgesetz und im Wissen um die Entwicklung der Wolfspopulation in der Schweiz verabschiedete die Plenarversammlung der KWL am 1. Juni 2023 ein Positionspapier zum adaptiven Wolfsmanagement. Damit wurde mit der proaktiven Bestandesregulierung ein strukturierter, kontinuierlicher Prozess aufgezeigt, der durch Monitoring und regelmässigen Austausch mit Anspruchsgruppen eine Grundlage für eine robuste Entscheidungsfindung bieten sollte.
Die Anpassung des Waldes und der Gewässer an die Auswirkungen des Klimawandels war ebenfalls eines der Hauptthemen der KWL. Sie bezog bereits 2019 Position (Positionspapier «Wald und Klimawandel», verabschiedet am 6. Juni 2019). Die ausführenden Massnahmen wurden in der Folge im Bericht des Bundesrates «Anpassung des Waldes an den Klimawandel» in Erfüllung der Motion 19.4177 Engler (Hêche) und des Postulates 20.3750 Vara beschrieben und in die Integrale Wald- und Holzstrategie 2050 (IWHS) integriert.
Bereits 2016 beschäftigte sich die KWL mit der Frage, wie die Leistungsfähigkeit der Waldwirtschaft in der Schweiz erhöht werden kann. In einem Zwischenbericht wurde 2017 festgehalten, dass es um die ökonomische Funktion im Nachhaltigkeitsdreieck Wald schlecht bestellt ist. Daraufhin startete die KWL die «Initiative Wald- und Holzwirtschaft in der Schweiz», die 2020 Simonetta Sommaruga, der damaligen UVEK-Vorsteherin, erfolgreich vorgestellt wurde. An der Erarbeitung der daraus folgenden IWHS war die KWL aktiv beteiligt. Die IWHS konnte so von der Plenarversammlung am 5. Juni 2025 verabschiedet werden. Der Bundesrat genehmigte die IWHS am 12. Dezember 2025.
Zum Spannungsfeld in den Bereichen Wald- und Wildtiermanagement verabschiedete die KWL-Plenarversammlung am 30. November 2018 ein Positionspapier. Die darin genannten Herausforderungen wurden von den Fachkonferenzen weiterbearbeitet (Rotwildtagung, Empfehlungen der KOK und der JFK zur Jagdplanung Rothirsch und zur Aufwertung des Waldlebensraums der Wildtiere). Aktuell ist die KWL mit dem BAFU an der Erarbeitung des Berichtes in Erfüllung des Postulats 23.3129 Reichmuth «Zukunftsfähige Wälder sind nur mit gesetzeskonformem Wildverbiss möglich».
Schliesslich sind auch die Programmvereinbarungen (PV) im Umweltbereich ein wichtiges Thema für die KWL. Hier hat sie sich stark für die Anliegen der Motion 23.4155 Fässler «Wald. Rasche Anpassung an den Klimawandel ist dringend» und für den «Verpflichtungskredit PV Umwelt» eingesetzt.
Gute Kooperationen
In den vergangenen zehn Jahren konnte die KWL die Zusammenarbeit im Haus der Kantone insbesondere mit den raumwirksamen Konferenzen (Bau, Umwelt, Landwirtschaft, Energie) auf politischer und fachlicher Ebene intensivieren.
Ebenso wurde die Zusammenarbeit mit dem BAFU verbessert. Die Motion 19.4177 Engler (Hêche), die Integrale Wald- und Holzstrategie 2050 und das Postulat 23.3129 Reichmuth sind gute Beispiele der Zusammenarbeit. Daneben hat sich die KWL mit Faktenblättern oder den Teilnahmen an Anhörungen in den Kommissionen Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) von Ständerat und Nationalrat verstärkt in den parlamentarischen Prozess eingebracht. Schliesslich wurde auch das Netzwerk zu den Organisationen in den Bereichen Wald, Wildtiere, Vogelschutz und Fischerei ausgebaut.
Thomas Abt, Generalsekretär KWL
Schweiz Z Forstwes 177 (2): 131.