- Editorial
Verständnis für die Waldverjüngung schaffen
25.02.2026
Editorial
Im Kanton Bern möchten sechs Frauen und zehn Männer einen der sieben Sitze im Regierungsrat, also der Berner Regierung, ergattern. Ende März wird gewählt. «Der kantonale Wahlkampf tobt an Orten, wo man ihn nicht erwarten würde. Zum Beispiel im Wald», berichtete neulich das Berner Online-Magazin «Hauptstadt» in seinem Newsletter. Die Reporterin besuchte eine Veranstaltung des Verbands Berner Waldbesitzer. Der Wald könne offensichtlich mobilisieren, konstatiert die Journalistin, angesichts dessen, dass 70 Personen an einem Podium teilnehmen würden, an dem es nur um Wald gehe. Aber warum? Ihr Antwortversuch: «Vielleicht wegen dem Betretungsrecht trotz Privatbesitz? Weil alle den Wald nutzen zur Erholung, zum Pilze sammeln, zur Holzernte?»
Schnell wurde an jener Veranstaltung klar, dass es den Kandidatinnen und Kandidaten vor allem um die Interessen der Waldbesitzenden, um Sparbemühungen bei der Waldbewirtschaftung und der Holzabsatzförderung und um Wildschäden an Jungpflanzen geht. Andere Waldfunktionen wie Schutzwald oder Raum für Biodiversität gingen unter. Bei der Reporterin hinterliess dies den Eindruck, dass die Vorstellungen der Waldbesitzenden und der restlichen Berner Bevölkerung weit auseinanderklaffen würden. «Es fehlt an gegenseitigem Verständnis», so ihr Fazit.
An diesem Verständnis arbeiten wir in jeder Ausgabe der SZF. In der vorliegenden geht es um die die Waldverjüngung in Zeiten des Klimawandels. Erst ein nachhaltig nachwachsender Wald kann auch alle Funktionen erfüllen. Die Wichtigkeit des Themas unterstreicht auch das neu gegründete Netzwerk Waldverjüngung, in dem sich der Schweizerische Forstverein mit anderen Organisationen von Waldbesitzenden und Forstpersonal zusammenschliesst.
Ich hoffe, dass die Ausgabe der SZF, die Sie in Ihren Händen halten, dazu beiträgt, einen fundierteren Blick in die Zukunft des Waldes werfen zu können – sei es in Fachdiskussionen oder an der Urne.
Schweiz Z Forstwes 177 (2): 70.