- Notizen
Neues Handbuch zu Holzernteverfahren
Das neue Handbuch zu Holzernteverfahren ist ein umfassendes Nachschlagewerk für alle Forstfachpersonen, die in der Holzernteplanung und -umsetzung tätig sind.
01.05.2026
Codoc
In der Schweiz fehlte bislang eine einheitliche Grundlage für die Beschreibung moderner Verfahrenstechnik in der Holzernte. Um diese Lücke zu schliessen, erarbeitete die Codoc, eine Fachstelle des Bundes für die Aus- und Weiterbildung in der Waldwirtschaft (siehe Box), zusammen mit Fachpersonen von Verbänden und Bildungsanbietenden ein entsprechendes Handbuch. Dessen Ziel ist es, eine einheitliche Sprache und ein gemeinsames Verständnis der modernen Verfahrenstechnik zu schaffen – von den Teilarbeiten (Abbildung 1) über die eingesetzten Holzerntemittel bis hin zur Wahl des jeweiligen Holzernteverfahrens.
Aufbau des Handbuchs
Das Handbuch ist in acht Kapitel gegliedert, wobei jedes Kapitel für sich steht und gezielt nach Interesse oder Bedarf verwendet werden kann. Die ersten vier Kapitel widmen sich den Grundlagen der Holzernte. Sie beschreiben ihre Teilarbeiten, wichtige Grundlagen der Maschinenkunde sowie verschiedene in der Schweiz gängige Holzerntemittel. In den weiteren Kapiteln werden die Holzernteverfahren definiert und wichtige Arbeitsmethoden zur Umsetzung der Teilarbeiten beschrieben. Ausserdem wird erklärt, welche Faktoren bei der Wahl des Holzerntesystems berücksichtigt werden sollten.
2026 soll das Handbuch um das Kapitel 8 «Planung und Organisation» erweitert und vervollständigt werden. Darin werden die ersten sieben Kapitel in einen grösseren Kontext gestellt und den Planungs- und Organisationsprozessen zugeordnet.
Kategorisierung der Holzernteverfahren
Die bisherige Kategorisierung der Holzernteverfahren in der Schweiz hat sich stark am Mechanisierungsgrad orientiert (motormanuell, teil- und vollmechanisiert). Neu erfolgt die Kategorisierung nach dem speziell für die Beschreibung von Holzernteverfahren von der TU Dresden entwickelten Funktiogramm (Erler und Dög, 2009). Es ist eine einfache Darstellung der wesentlichen Abläufe und Umsetzungsvarianten der Holzernte in einem Raster. Die X- und Y-Achse bilden die beiden Hauptfunktionen der Holzernte ab: die Fertigung und die Bringung des Holzes zum Lagerplatz. Im Funktiogramm ergeben sich vom stehenden Baum bis zum Sortiment an der Forststrasse mehrere mögliche Abfolgen der Teilarbeiten. Für die Schweiz lassen sich daraus fünf übliche Holzernteverfahren herleiten (Abbildung 2). Sie werden im Handbuch mit konkreten Beispielen schematisch beschrieben.
Ein Gemeinschaftswerk
Das Handbuch wurde von Codoc in enger Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe erarbeitet. Zu dieser gehören Daniel Gautschi (WaldSchweiz), François Fahrni (Bildungszentrum Wald Lyss), Eugen Carisch (ibW Bildungszentrum Wald, Maienfeld), Hanspeter Weber (Verband Forstunternehmer Schweiz, FUS), Holger Griess (Vertretung der Forschung ETH Zürich, HAFL und WSL) und Laura Ramstein (Codoc, Redaktion).
Eine Begleitgruppe leistete fachliche Unterstützung. Viele weitere Fachpersonen aus der Waldbranche trugen zudem mit ihren Erfahrungen, Tipps und Fotos zur erfolgreichen Erarbeitung des Handbuchs bei.
Laura Ramstein, Codoc
Schweiz Z Forstwes 177 (3): 179.
Funktiogramme für Holzernteverfahren. Forsttechnische Informationen 61 (9+10): 14–17.
Um was es geht
Holzernteverfahren: Organisatorischer und technischer Ablauf der Holzernte (Kombination und Reihenfolge der Teilarbeiten)
Holzerntesystem: Kombination von Holzernteverfahren und den eingesetzten Holzerntemitteln mit dem entsprechenden Personal
Das neue Handbuch ist demnächst im Shop der Codoc erhältlich (www.codoc.ch/hilfsmittel-lehre/shop/).