- Aktuell
Kurznachrichten
25.02.2026
Die Eiche im Agroforst
Ein Merkblatt informiert über die Einsatzmöglichkeiten der einheimischen Eichenarten im Agroforst.
Die aktive Förderung der Eiche beschränkt sich heute grösstenteils auf den Wald. Wie andere Baumarten gewinnt die Eiche aber zunehmend auch in der Landwirtschaft an Bedeutung: Der Verein proQuercus hat in Zusammenarbeit mit Agroscope in einem Merkblatt die Einsatzmöglichkeiten der einheimischen Eichenarten im Agroforst zusammengestellt. Neben den Eigenschaften der einheimischen Stiel-, Trauben- und Flaumeiche werden deren Produkte und verschiedene Anbauformen im Landwirtschaftsbetrieb beschrieben.
Download aller Eichen-Merkblätter
Wenn der Wald unheimlich wird
Menschen können mit Angst, Ekel oder Unsicherheit auf Tiere, Pflanzen und Wildnis reagieren. Eine neue Studie der Universität Lund (SWE) hat sich mit dieser Biophobie beschäftigt. Demnach nehmen negative Emotionen gegenüber der Natur in vielen Weltregionen zu, über Altersgruppen und Kulturen hinweg. Ein Grund sind urbane Lebenswelten: Wer in dicht bebauten Städten aufwächst, begegnet Wildnis meist nur gefiltert, als Parkanlage oder Fernsehbild. Zudem kann sich Biophobie selbst verstärken: Wer Natur meidet, sammelt weniger positive Erfahrungen und bleibt dadurch anfälliger für Vorurteile und diffuse Ängste.
23.1.2026, GEO
TBN wird fortgeführt
Das forstwirtschaftliche Testbetriebsnetz der Schweiz (TBN), das Daten zur wirtschaftlichen Lage der Schweizer Forstbetriebe liefert, wird fortgeführt. Im Rahmen des Entlastungsprogramms 2027 des Bundes und angesichts der gestiegenen Kosten für die Datenerhebung wurde beschlossen, die Stichprobengrösse von 160 auf 130 Betriebe zu reduzieren. Eine Analyse hat nun ergeben, dass diese Reduzierung möglich ist, ohne die Qualität der Daten zu beeinträchtigen.
16.12.2025, BAFU
LFI: auf einen Blick
Das haben sich viele Nutzende gewünscht: Auf der Website des Landesforstinventars können die Ergebnisse jetzt direkt als Diagramme angezeigt werden. Mit wenigen Klicks lassen sich dadurch auf einen Blick Unterschiede – etwa zwischen öffentlichem und privatem Wald – oder die Veränderungen von Inventur zu Inventur erkennen.
16.12.2025, BAFU
Plädoyer für Urwald in Europa
Ein Urwald (oder Primärwald) ist ein Wald, der vom Menschen weder gerodet noch genutzt oder in irgendeiner Weise verändert wurde. Der französische Botaniker Francis Hallé engagiert sich seit Jahrzehnten für die Wiederetablierung von Urwäldern in Europa. In einem Buch hat er seine Vision dazu beschrieben. Dieses «Manifest» ist nun in Deutsch erschienen.
«Für einen Urwald in Westeuropa – ein Manifest», 2025, OtherEyes-Verlag
Bessere Vorhersage von Waldbränden
Eine Forscherin der WSL hat eine Methode für eine bessere Vorhersage von Waldbränden entwickelt.
Trockenheit und geringe Luftfeuchtigkeit sind die wichtigsten Auslöser von Waldbränden. Die Temperatur spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Fehlender Schnee und Wind begünstigen Waldbrände im Winter. Zu diesen Erkenntnissen kommt Julia Miller vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) der WSL. In einer Studie hat sie dazu rund 90 000 Brände in ganz Europa ausgewertet. Zudem hat sie eine Methode entwickelt, die künftig die Vorhersage von Waldbränden verbessern kann.
15.12.2025, WSL
Bodenschonende Holzernte
Eine neue Publikation des BAFU bietet Entscheidungshilfen für eine bodenschonende Holzernte. Sie beschreibt die Auswirkungen von verschiedenen Ernteverfahren auf die wichtigsten Nährstoffe im Boden. Dabei thematisiert sie den Einfluss von versauernden Depositionen und der anhaltenden Erntezunahme von Energieholz auf den Zustand des Schweizer Waldes. Beides führe zu Nährstoffverlusten im Wald und könne langfristig dessen Funktionen und die Produktion negativ beeinflussen.
Arzneimittel aus Holzresten
Die Chemikerin Katalin Barta von der Universität Graz (A) erforscht seit Jahren biobasierte Ressourcen als Alternativen zu Materialien aus Erdöl und anderen fossilen Rohstoffen. In einem aktuellen Projekt will sie aus dem Holzbestandteil Lignin Moleküle für die Pharmaindustrie gewinnen – energiearm, effizient, mit neuen Lösungsmitteln und deutlich weniger Abfall als in der Petrochemie. Das Projekt «WoodValue» läuft noch bis 2027.
12.1.2026, fwf
Erster Schweizer Wald-Podcast
«Forstkanal 1»: So heisst der erste forstliche Podcast der Schweiz des Verbands Schweizer Forstpersonal (VSF). In jeder Folge unterhalten sich zwei Hosts mit spannenden Persönlichkeiten aus der Forstwelt. Die Gespräche erscheinen jeweils am letzten Freitag des Monats. In der ersten Folge war Beat Philipp zu Gast, vormaliger Leiter des Bildungszentrums Wald in Maienfeld (GR).
30.1.2026, VSF
Verbrannte Erde
Ein Waldbrand hinterlässt nicht nur verkohlte Baumstümpfe, sondern auch schutzloses Erdreich. Diese langanhaltenden Konsequenzen haben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vom Joint Research Centre der Europäischen Kommission im norditalienischen Ispra untersucht. Demnach sind die schädlichen Auswirkungen dieser Bodenerosion schwerwiegender als gedacht. Selbst 18 Jahre nach dem Brand hatten mehr als die Hälfte der von ihnen untersuchten Gebiete ihren früheren Zustand nicht wiedererlangt.
20.1.2026, spektrum.de
Messen im Vorbeifahren
Waldwege mit einer Länge von rund 574 000 km müssen in Deutschland instand gehalten werden. Damit das einfacher und kosteneffizienter gelingt, wurde im wissenschaftlichen Projekt «Contura» ein Messsystem entwickelt, das den Zustand von Waldwegen automatisch beim Befahren erfasst. Optische Sensoren auf einem Pritschenfahrzeug sammeln Informationen über den Zustand des Lichtraumprofils, der Fahrbahndecke, der Seitenstreifen und der Wassergräben. Eine KI-basierte Software schlägt anschliessend Instandsetzungsarbeiten mit entsprechenden Kostenschätzungen vor.
28.10.2025, forstpraxis.de