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Kurznachrichten
01.01.2026
Mehr Wasser braucht der Wald
Der Schweizer Wald muss feuchter werden, um der Klimaerwärmung und dem Artensterben zu trotzen. So lautet das Fazit einer Konferenz von Naturschutz und Forstwirtschaft.
Die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber dem Rückgang der Biodiversität und dem Klimawandel erhöhen: Dieses Ziel verfolgten Fachleute aus den Bereichen Naturschutz und Waldbewirtschaftung an der Konferenz «Wiederherstellung von Wäldern – Potenziale und Handlungsbedarf» vom 20. November 2025 in Ittigen (BE). Sie betonten, dass die Wiedervernässung geeigneter Gebiete wichtig sei, um artenreiche und an das immer wärmer werdende Klima angepasste Wälder zu fördern. Die Konferenz wurde vom Schweizer Komitee der Weltnaturschutzunion (IUCN) und vom Schweizerischen Forstverein (SFV) organisiert.
20.11.25 Medienmitteilung IUCN/SFV
Waldschutzziele in weiter Ferne
Fünf Jahre vor Ablauf der 2022 in Glasgow vereinbarten Frist, die globale Entwaldung bis 2030 zu stoppen, ist die internationale Staatengemeinschaft weiterhin nicht auf Kurs. Zu diesem Schluss kommt der jüngste Bericht der zivilgesellschaftlichen und wissenschaftlichen Initiative «Forest Declaration Assessment». Ihm zufolge gingen 2024 weltweit 8.1 Millionen Hektaren Wald verloren, hauptsächlich durch landwirtschaftliche Nutzung. Auch an der Klimakonferenz COP30 vom November 2025 in Brasilien resultierten nur kleine Fortschritte beim Waldschutz. Immerhin wurde ein Fonds lanciert, der Länder, die ihre Regenwälder erhalten, finanziell belohnen soll.
14.10.2025, Medienmitteilung WWF
«Superholz»: harte Konkurrenz für Stahl
20-mal robuster als normales Holz, ein 10-mal besseres Festigkeit-zu-Gewichts-Verhältnis als Stahl und bis zu 6-mal leichter: Das sind die Eigenschaften des «Superholzes», das die US-Firma Inventwood jetzt in den USA und in Kanada auf den Markt gebracht hat. Es wird in einem Bad aus Wasser und Chemikalien gekocht und anschliessend heiss gepresst. Dadurch werde es dichter, brandsicher und unempfindlich gegen Pilze und Insekten. Das «Superholz» soll nicht bisherige Holzprodukte konkurrenzieren, sondern mit Stahl mithalten können.
14.10.2025, Tamedia
Funktionale Vielfalt schützt vor Trockenheit
Bäume profitieren bei Trockenheit von Nachbarn, die andere Strategien im Umgang mit Wasser verfolgen. Das ergab eine Studie unter Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Leipzig. Die Forschenden untersuchten an Bäumen von zehn europäischen Arten, wie die für den Wassertransport im Baum verantwortlichen Mechanismen dessen Wachstum beeinflussen. Es zeigte sich, dass unterschiedliche Wassernutzungsstrategien benachbarter Bäume wie eine Versicherung gegen Dürre wirken. Diese Erkenntnis könne genutzt werden, um Wälder im Klimawandel resistenter zu machen.
13.11.2025, uni-leipzig.de
Weniger Stress dank Waldspaziergang
Wer den Arbeitsalltag mit einem 30-minütigen Waldspaziergang am Mittag unterbricht, fühlt sich besser. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Berner Fachhochschule (BFH). Bei dieser begaben sich Berufsleute einmal pro Woche auf einen «achtsamen Waldspaziergang». Im Vergleich zur Kontrollgruppe berichteten sie von weniger Stress und besserer Stimmung. Der Waldspaziergang sei ein einfacher Ansatz, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern, bilanzieren die Forschenden. Sie wollen nun praktische Handlungsempfehlungen für Unternehmen erstellen.
17.11.2025, bfh.ch
Gemeinsam Bäume pflanzen
Eine gemeinsame Pflanzaktion will das gegenseitige Verständnis zwischen Jagd- und Forstkreisen im Bündner Wald fördern. Im Herbst 2025 wurden wieder Bäume gepflanzt.
10 000 Bäume pflanzen und einen Beitrag zur Waldverjüngung leisten: Das ist das Ziel einer Aktion, die der Verband der Bündner Waldeigentümer SELVA und der kantonale Patentjägerverband 2020 ins Leben gerufen haben. Am 25. Oktober 2025 war es wieder so weit: Im Schutzwald von Ilanz/Glion pflanzten Jägerinnen und Jäger unter Anleitung des regionalen Forstbetriebs 50 Weisstannen. Beim gegenseitigen Austausch sei man sich einig gewesen, dass sich der Wald künftig wieder selbst natürlich verjüngen müsse, schreibt der Verband SELVA. Das Pflanzen von Bäumen sei keine langfristige Lösung.
selva-gr.ch
Natürlicher Schutz vor Borkenkäfern
Holzpolter, die mit gewissen natürlichen Duftstoffen behandelt wurden, sind vor dem Borkenkäfer sicher. Das haben Forschende der Georg-August-Universität Göttingen (D) im Rahmen eines Projekts zur Entwicklung leistungsfähiger und naturnaher Regulations- und Bekämpfungsverfahren herausgefunden. Besonders wirksam war in Feldversuchen Thymianöl: Es reduzierte den Käferbefall bis zu zwölf Wochen um mehr als 99 Prozent. Ebenfalls gute Resultate erzielten Salbeiöl und Anisöl. Die pflanzenschutzrechtliche Zulassung für eine breite Anwendung steht noch aus.
4.9.2025, forstpraxis.de
Vögel helfen bei der Schädlingsbekämpfung
Die Anzahl eingeschleppter Baumschädlinge nimmt rasant zu. Meistens tauchen sie zuerst in Städten auf, weil dort reger Waren- und Personenverkehr herrscht. Vögel können beim Kampf gegen invasive Insektenarten helfen – aber nur bei einem genügend grossen Bestand einheimischer Baumarten. Das ergab eine in Basel, Lugano und Zürich durchgeführte Studie der Eidg. Forschungsanstalt WSL. Gemäss dieser müssen mindestens 30 Prozent einer bestimmten Fläche von Baumkronen bedeckt sein, damit ausreichend insektenfressende Vogelarten vorkommen. Eine kluge Begrünung könne die Rolle der Vögel bei der Schädlingsbekämpfung gezielt unterstützen, schreiben die Forschenden.
2.10.2025, wsl.ch
Abgeltung für Schutz des Trinkwassers
Rund die Hälfte der Grundwasserschutzzonen in der Schweiz befinden sich im Wald. Das habe für die Eigentümerinnen betroffener Wälder oft Mehraufwände oder Einschränkungen bei der Bewirtschaftung zur Folge, die nicht entschädigt werden, schreibt der WaldSchweiz, der Verband der Waldeigentümer. Er will Waldbesitzende jetzt motivieren, im Rahmen von Partnerschaften mit den Trinkwasserversorgern Lösungen für eine Kostenteilung zu suchen. Dies könne in Form einer Kostenbeteiligung pro Kubikmeter Trinkwasser geschehen oder indem waldbauliche Massnahmen gemeinsam geplant würden. WaldSchweiz will so den Anreiz für die Waldbesitzenden steigern, freiwillige, über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehende Massnahmen zum langfristigen Erhalt der Wasserreinigungsfunktion zu ergreifen. Das neue Merkblatt «Wald und Trinkwasser» von WaldSchweiz bietet dazu praktische Informationen.
6.11.2025, Medienmitteilung