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Grundlagenforschung für das grösste Raufusshuhn der Schweiz

Das Projekt «Auerhuhn-Monitoring Bern» der BFH-HAFL erarbeitet Grundlagen für den Erhalt und die Förderung des Auerhuhns und seines Lebensraums.

25.02.2026

Waldwissenschaften an der HAFL · Sciences forestières à la HAFL

Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) gilt als Schirmart für die Flora und Fauna in Gebirgswäldern auf subalpiner Stufe. In der Schweiz ist das Überleben dieser sensiblen Art aufgrund von Veränderungen des Lebensraums und Störungen durch den Menschen nicht gesichert. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind die Bestände rückläufig. Derzeit gibt es in der Schweiz fünf räumlich isolierte Auerhuhnpopulationen. Eine dieser Populationen befindet sich am zentralen Alpennordrand, ein bedeutender Teil davon im Kanton Bern (Mollet et al 2008).

Ausgangslage: systematische Erfassung

Im Rahmen des Projekts «Auerhuhn-Monitoring Bern» werden in den Jahren 2025 bis 2029 im Berner Oberland und in Teilen des Kantons Luzern die Auerhuhnbestände systematisch erfasst. Die gewonnenen Erkenntnisse zur Bestandessituation und Populationsgenetik sind Grundlage für den Erhalt und die Förderung des Auerhuhns und seines Lebensraums.

  • Untersuchung der Populationsdynamik und räumlichen Verteilung der Auerhuhnbestände
  • Beurteilung der genetischen Vielfalt und Vernetzung der Auerhuhnbestände
  • Entwicklung evidenzbasierter Managementempfehlungen (Waldreservate und Besucherlenkung)

Vorgehen: Kotsuche und Genotypisierung

Das Untersuchungsgebiet im Berner Oberland und im Kanton Luzern umfasst ungefähr 30 km2. Es gliedert sich in fünf Hauptgebiete, in denen eine dauerhafte Präsenz des Auerhuhns angenommen wird, und mehrere periphere Gebiete. Zur systematischen Erfassung der Daten ist die zu untersuchende Fläche in Perimeter von 30 bis 50 ha unterteilt.

Die Datenerhebung erfolgt während der Wintermonate von Dezember bis März bei einer geschlossenen Schneedecke und nach drei bis fünf Tagen ohne Niederschlag. Mithilfe der Kotsuche auf Schnee, einer schweizweit etablierten Methode, werden die definierten Perimeter einmal pro Saison von ausgebildeten Personen nach Kot und Federn von Auerhühnern abgesucht. Die systematische Suche erfolgt ohne vorgegebene Transekte, die abgelaufenen Strecken werden jedoch mit GPS-Geräten aufgezeichnet. Die erhobenen Proben werden nach Abschluss der Feldsaison im Genetiklabor analysiert. Die Genotypisierung im Labor ermöglicht die Bestimmung der Art (Auerhuhn/Birkhuhn) und die Identifikation der Individuen.

Enge Zusammenarbeit von Forschung und Verwaltung

Das Projekt wird hauptsächlich vom Amt für Wald und Naturgefahren und vom Jagdinspektorat des Kantons Bern finanziert. Daneben steuert auch das Amt Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern einen Teil zur Finanzierung bei. Die BFH-HAFL arbeitet während der ganzen Projektperiode eng mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach zusammen. Bei den statistischen und genetischen Analysen werden die Projektverantwortlichen vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin und der Universität Zürich unterstützt.

Ausblick

Die Analysen zur ersten Feldsaison sind abgeschlossen, gleichzeitig läuft die Datenerhebung des zweiten Projektjahres. Projektergebnisse werden zu gegebenem Zeitpunkt kommuniziert. Für Fragen oder fachliche Beiträge steht die Projektleitung jederzeit zur Verfügung.

Michael Grüter,michael.grueter@bfh.ch

Schweiz Z Forstwes 177 (2): 130.

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